Von der Netz-Demokratie zum Google-Monopoly

by Philipp Klöckner on 28/11/2012

Google ist nicht nur der beliebteste Arbeitgeber, der Suchmaschinengigant aus Mountain View gilt in vielerlei Hinsicht als Vorzeigeunternehmen und macht der Öffentlichkeit erfolgreich weis, dass man aufgrund der Google Philosophie “Don’t be evil” niemals Böses tun würde.

Das Unternehmen habe erkannt, dass es wichtig ist, jedermann Zugang zu den besten Informationen zu gewähren und verpflichtet sich der Unbestechlichkeit und Objektivität der Suchergebnisse, sagt es. Darüber Hinaus stellt sich Google als Weltverbesserer und Netzverteidiger dar.

Doch die Realität sieht anders aus: Google ist an Doppelmoral kaum noch zu übertreffen. Die Integrität gegenüber Konkurrenten und Werbetreibenden kümmert Google ebenso wenig wie das Informationsbedürfnis der Verbraucher.

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Auszug, Google IPO Letter 2004; Unterschrieben von den Gründern

Wie mächtig ist Google?

Bevor man beginnt die letzten Maßnahmen von Google auf dem europäischen Markt näher zu betrachten, gilt es festzustellen, in welcher Marktposition sich Google hierzulande befindet. Insbesondere in Deutschland liegt der Marktanteil von Google im Suchgeschäft bei nahezu 95%. Tendenz: steigend.

Nicht nur dass der Platzhirsch Google den überwiegenden Teil aller Suchanfragen beantwortet, auf den folgenden Plätzen stehen zudem sogenannte Suchpartner von Google, die auf die organischen Ergebnisse von Google zurückgreifen (wie T-Online, Web.de, etc.) und zudem in aller Regel auch das Google AdWords Network als Erlösquelle nutzen. Die einzigen beiden echten Konkurrenten Bing und Yahoo folgen weit abgeschlagen auf Platz 7 und 9 des Suchmaschinen-Rankings in Deutschland und verlieren weiter an Boden zugunsten der von Google gefütterten Search Partner.

Eine besondere Rolle kommt sicher dem US-amerikanischen Google-Liebling IAC zu, dessen “Suchmaschinen” Ask.com, ZapMeta, Search-Results.com und Excite ihre Besucher in aller Regel bei Google AdWords einkaufen und dann wiederum mit den Search Partner Anzeigen von Google monetarisieren. Bei diesem Arbitrage-Spiel gelingt es Google und IAC aus einer ursprünglichen Suche mehrere Suchen über verschiedene Portale zu generieren.

Dieses Adwords-Karussell ist für Google besonders charmant, weil der Suchmaschinen-Riese vor allem durch die Anzahl der Suchvorgänge des Marktes im Wachstum begrenzt ist. Entstehen nun aber aus einem einzelnen Search-Request gleich mehrere Aktionen über verschiedene Portale mit Google-Anzeigen hinweg, kann der gleiche User von Google und seinen Partnern mehrfach gemolken werden.

Oktober 2012 Infrastruktur Unique Audience Zeit pro Person
Suche insgesamt 40 580 000 48:10 Min.
1. Google Suche Google 36 465 000 41:43 Min.
2. Google Bilder Suche Google 15 685 000 08:35 Min.
3. T-Online Suche Google Partner  8 261 000 07:33 Min.
4. Ask.com Google Partner (IAC)  7 887 000 02:53 Min.
5. Google Produktsuche Google  3 728 000 02:03 Min.
6. Web.de Suche Google Partner 3 239 000 08:03 Min.
7. Bing Websuche Microsoft  3 209 000 07:33 Min.
8. ZapMeta Google Partner (IAC)  2 394 000 00:51 Min.
9. Yahoo! Suche Yahoo  2 203 000 06:54 Min.
10. Search-results.com Google Partner (IAC)  2 108 000 07:39 Min.

Quelle: Nielsen Netview

Aus dieser Vormachtstellung und der infrastrukturellen Rolle, die sich daraus für Google ergibt, geht entweder das Bedürfnis für besonders verantwortliches Handeln seitens Google oder aber die Notwendigkeit der Regulierung durch Wettbewerbsbehörden hervor. Das Argument, dass Google ein privates Unternehmen ist, welches seinen Traffic monetarisieren kann, wie es ihm beliebt, wird durch die absolut marktbeherrschende Stellung als Quasi-Monopolist klar relativiert.

Der Verweis darauf, dass Konsumenten auch andere Suchmaschinen nutzen könnten und es theoretisch Wettbewerbsangebote gäbe ist ebenso nicht einschlägig. Google ist insbesondere für Europäer der Inbegriff der Suchmaschine und das Wort “googeln” stand als Synonym für die Internetsuche im Duden. Die Mehrheit der Bevölkerung könnte keine zweite oder gar dritte Suchmaschine benennen – geschweige denn auffinden. Sämtliche Pseudo-Konkurrenten, die sich auch in der Nielsen-Auswertung finden, speisen ihre Marktanteile entweder indem sie selbst wiederum Traffic beim Platzhirsch Google einkaufen müssen oder aber tief in Portalen integriert sind, die ihrerseits nicht wirklich als tatsächlicher Anlaufpunkt für Suchende wahrgenommen werden (T-Online, web.de, gmx.de, …).

Nun bin ich sicher kein typischer Regulierungsfanatiker. Aber Google offenbarte in den letzten Wochen und Monaten deutlicher denn je seine eigentlichen Absichten und Prinzipien, während nach Außen stets das “Don’t be evil”-Credo kommuniziert wird. Wenn man die vielen kleinen Schritte, die Google zuletzt ging, in einem Gesamtbild zusammenfügt, kann die einzig logische Schlussfolgerung sein, dass Google geradezu um Regulierung oder gar Zerschlagung bettelt. Denn Google selbst ist der Meister der Internet-Regulierung. Schließlich verschiebt die US-amerikanische Suchmaschine seine Millionen von Nutzern nur auf solche Seiten, welche die Google-Richtlinien in Hinsicht auf Wertschöpfung, Monetarisierung, Seitenarchitektur und User Experience gehorsam erfüllen. Vor allem aber schaufelt das Portal zum Internet mehr und mehr Nutzer in seine eigenen Produkte und Anzeigen und damit immer mehr Werbedollars in die eigene Kasse.

Dem Internetkonzern gelingt es wie keiner anderen Firma, seine “Adjustierungen” am eigenen Produkt und Erlösmodell in für den Benutzer kaum noch als Veränderungen wahrnehmbare kleine Häppchen zu schneiden. Werbetreibenden und Nutzern der Internetsuche werden Neuerungen, deren einzige Begründung in höheren Erlösen für Google liegen, als einzigartige Kommunikationsmöglichkeiten mit großartiger User Experience verkauft, während tatsächlich nur um jeden Preis Werbebudgets auf das Balance Sheet von Google Inc. verlagert werden sollen. Grund genug einmal genauer hinzuschauen…

Google auf Wachstumskurs?

Bei aller Kritik an Google darf man nicht vergessen, dass es sich nicht nur um ein Quasi-Monopolisten handelt, sondern auch um ein börsennotiertes Wirtschaftsunternehmen, welches seinen Börsenwert für seine erfolgsverwöhnten Investoren in den letzten Jahren auf über 225 Mrd. US-Dollar gesteigert hat. Der Google-Gründer Larry Page, der kürzlich wieder das Ruder an sich gerissen hat, verkündete zudem, dass Google seinen Umsatz von 2011 bis 2016 auf über 100 Mrd US-Dollar verdreifachen wird. Ein ambitioniertes Ziel, wenn man sich die natürlichen Wachstumsmöglichkeiten von Google anschaut.

Wie genau wächst eine Suchmaschine?

Ein Suchmonopol ist nicht zwangsläufig etwas Gutes – nicht einmal für den Monopolisten. Denn Google hat ein echtes Problem. Mit 80% Marktanteil in den USA und einem Quasi-Monopol in Europa gibt es nirgendwo mehr Marktanteile zu erobern. Theoretisch kann das Unternehmen also nicht schneller wachsen als die Anzahl der Suchvorgänge seiner Nutzer. Diese wiederum wächst maximal mit 7-10% im Jahr. Zudem raubt Facebook der Suchmaschine immer mehr “Online-Freizeit” der Internetbenutzer. Wer früher noch aus Langeweile gegoogelt hat, lässt sich heute lieber von Facebook bespaßen. Es bleiben Google daher nur wenige Optionen:

1. Rückwärtsintegration bis zum Backbone des Internets

Wenn man von der Konkurrenz keine Erlöse mehr abgreifen kann, konzentriert man sich üblicherweise auf vertikale Integration. Konkret heißt das entweder Zulieferer oder Absatzpartner, die der eigenen Dienstleistung vor- oder nachgelagert sind, zu integrieren. Google ist bereits emsig dabei, noch tiefer in die Infrastruktur – also VOR die eigentliche Suche – zu greifen. Dazu entwickelte der Konzern einen eigenen Browser, ein Betriebssystem, etablierte das größte mobile Betriebssystem der Welt, wurde zum Internet-Zugangsanbieter und strebt nach einem eigenen Mobilfunknetz. Das würde man klassisch Rückwärtsintegration nennen und ist eine durchaus sinnvolle Entscheidung angesichts des begrenzten Wachstumspotentials im Kerngeschäft. Es verschärft allerdings auch die Marktmachtproblematik, wenn Google den User NOCH früher abholt und dann auf all seinen Wegen lenkt.

2. Vorwärtsintegration

Zudem “integriert” Google aber auch sehr stark vorwärtsgerichtet. In der “old economy” heißt Vorwärtsintegration in der Regel, dass Handelspartner integriert werden, um zusätzlich auch die Handelsmarge einzustreichen und somit mehr von der Gesamt-Wertschöpfungskette einzunehmen. Ein gutes Beispiel ist ein Modelabel, das eigene Stores eröffnet, anstatt seine Bekleidung an Boutiquen zu verkaufen. Und das ist gar nicht so weit entfernt von dem, was Google derzeit praktiziert.

Betrachtet man eine typische Webtransaktion wie einen Schuhkauf, einen Versicherungsabschluss oder eine Hotelbuchung, ist es einerseits so, dass es am Ende immer zu einem Vertragsschluss (Transaktion) zwischen Konsument und Leistungsanbieter kommt. Andererseits startet der Großteil aller Transaktionen mit einer Suche. Google ist als Gatekeeper zum Internet also quasi der Traffic- oder Transaktionsproduzent. Nun gibt es aber zudem noch “Traffic-Boutiquen” die wiederum die “Ware Traffic” in Form von AdWords-Klicks bei Google einkaufen (früher gab’s den Traffic auch umsonst, aber dazu später…) und ihn dann teurer an die Shops und Vertragspartner weiterverkaufen.

Zu diesen Traffic-Vermittlern gehören zum Beispiel Adwords-Agenturen, Gutscheinportale, Branchenbücher, Preissuchmaschinen, sowie Vergleichsportale und Buchungsplatformen für Flüge, Hotels, Versicherungen, Kredite etc. und Affiliates jeglicher Couleur. Am Ende verdient nicht nur der Shop oder Dienstleister, der die Leistung erbringt, sondern auch Google und die Vermittler, die bei Google einen Großteil ihres Traffic beziehen.

“Cut out the middleman”

Aber Moment mal… wenn der Traffic doch anfangs sowieso Google gehörte, und wenn Google doch einerseits jegliche Inhalte dieser Vermittler kennt, und andererseits auch aus dem Traffic-Marktplatz AdWords genau weiß, welche Transaktion welchem Vermittler wievel Gewinnmarge und welches Transaktionsvolumen liefert; und wenn der Vermittler doch eigentlich außer ein bisschen Vergleicherei und bestenfalls Beratung kaum Mehrwert im Transaktionsprozess beisteuert, außer Googles Traffic mit einer Provision an die Transaktionsanbieter zu verkaufen, warum soll Google das dann nicht gleich selber machen oder gar den Traffic kostenlos an die Vermittler verschenken? Aber keine Sorge! So blöd ist Google zum Glück nicht (mehr)!

Adwords Spent by Industry | Quelle: "Wordstream"Um die Vorwärtsintegrationsstrategie von Google zu erahnen muss man nicht lange rumorakeln, sondern kann einfach diejenigen Marktteilnehmer anschauen, die das meiste Geld bei Google AdWords ausgeben (können). Was die Grafik rechts verschweigt, ist dass die zuvor bereits erwähnte Interactive Corp (IAC), welche die User mit Googles Hilfe emsig durch das AdWords-Karussell schleudert, relativ klar der TOP-Partner von Google ist und 2011 fast so viel Geld bei Google platziert hat, wie Amazon und eBay zusammen.

Wenn sich unter den Top-Adwords-Werbetreibenden nun aber Hotelbuchungsvermittler, Online-Reiseagenturen, Flugpreisvergleiche, eCommerce-Marktplätze und Vergleichsportale für Finanzdienstleistungen befinden, dann legt das natürlich Nahe, dass es noch zu viele Vermittler in der Wertschöpfungskette gibt, die offenbar gutes Geld verdienen, obwohl sie eigentlich nur von Googles Traffic leben.

Als schöne Beispiele für Vorwärtsintegration von Google können daher der Google Hotelfinder, Google Flights, Google Shopping, der Google Finance Advisor und Google Places/Maps sowie die Übernahmen von Like.com, DailyDeal und Beatthatquote gelten. Während Pauschalreisen-Produkte (Travel packages) relativ komplex sind und noch etwas Entwicklungszeit in Anspruch nehmen könnten, und Google Streetview sich nur überraschend langsam in ein Real Estate Portal mit Branchenbuch und Couponing-Funktion wandelt, wundert es fast ein bisschen, dass es noch keine Jobsuche von Google gibt. Abgesehen davon kann man aber sagen, dass Google für fast jedes erdenkliche Geschäftsmodell, welches aus Websuchen Geld zu generieren vermag, bereits ein eigenes vertikales Produkt am Start hat.

Und abgesehen davon war mit Ausnahme von StreetView keines der Produkte wirklich innovativ, sondern bestenfalls eine gelungenere Umsetzung eines bereits existierenden Modells, welches den größten Teil seiner Kundschaft zuvor bei Google rekrutiert haben. Aber was soll’s – Konkurrenz belebt schließlich das Geschäft, und wir Deutschen dürfen uns ja offensichtlich nicht über Copycats beschweren…

3. Wenn die Konsumenten nicht mehr suchen, müssen sie eben motiviert werden

Wenn das Bedürfnis zur Inanspruchnahme von Suchmaschinen und damit das Ertragspotential für Google leider nur mit 8% im Jahr wächst, man zudem bereits (fast) überall Marktführer ist, und es mit Russland und China einfach nicht klappen will, bleiben immer weniger Alternativen. Einerseits kann Google versuchen, aus einem einzelnen “Search Intent” immer mehr Einzelsuchen zu machen, indem User über die Fake-Suchmaschinen von IAC und anderen Arbitrageuren geschliffen werden und somit mit ein und dem selben Benutzer gleich mehrfach Geld verdient werden kann.

Andererseits muss Google die Menschen mehr und mehr dazu bringen, die Google-eigenen Produkte zu nutzen, obwohl diese Menschen nicht einmal immer an einem Schreibtisch oder Notebook sitzen. Es ist für Google also essentiell wichtig, das Thema Mobile nicht zu verpassen und auch hier eine dominante Stellung zu erreichen. Ist der Suchriese erst einmal mit Betriebssystem, Browser und Apps auf 85% der Endgeräte vertreten, kann Google Menschen dazu bringen zu suchen, wo sie normalerweise nicht einmal an Suchmaschinen denken würden. Zum Beispiel in Museen, Einkaufszentren oder Flughäfen mit Indoor Maps oder Google Goggles. Idealerweise aber mit einem noch engeren Begleiter als einem Handy. Zum Beispiel einer Brille? Oder einer Armbanduhr?

Google Gründer Sergej Brin mit Google Glasses

Denn der erfolgversprechendste Schritt für Google ist der Wandel von der Search- zur Suggestion-Engine. Wie wäre es, wenn meine Suchmaschine weiß, dass ich jeden morgen einen Kaffee bei Starbucks mit Google Wallet kaufe und mir dann aber eine Gutschein-Aktion für einen anderen neuen Coffeeshop vorschlägt, wenn sie merkt, dass ich mich gerade dem Starbucks nähere. Wäre es nicht toll, wenn mein Handy mir beim Verlassen des Flughafens bereits anbietet, ein Zimmer in meinem präferierten Hotel zu reservieren, ein günstiges Mietwagen-Angebot unterbreitet oder mich erinnert, dass heute der letzte Tag ist, um meine Zalando-Bestellung zu retournieren oder meinen Stromvertrag zu wechseln.

Schier unendliche (Werbe-)Möglichkeiten… und für Google die Möglichkeit, das eigene Wachstum kurzfristig wieder vom eigentlichen Suchmarkt loszulösen.

4. Man kann das Pferd zur Tränke führen… Man kann es aber auch zum Saufen zwingen!

Wenn sich der Gewinn aus dem stagnierenden Wachstum der Suchanfragen, den nur langsam wachsenden Werbebudgets der Advertiser und der Klickrate auf meine Anzeigen ergibt: Welchen dieser drei Faktoren kann eine Suchmaschine wohl am einfachsten beeinflussen? Dass Google einiges tut, um mehr Suchanfragen auszulösen, haben wir versucht zu zeigen. Dass man Marketingbudgets aus der Wertschöpfungskette schneiden kann, indem man Agenturen und Vermittler überflüssig macht, ebenfalls.

Aber wie wäre es, wenn Google mit ein paar wenigen Änderungen an Product & Policy nicht nur die Klickraten der eigenen Werbung erhöhen, riesige Werbetöpfe in die eigenen Kassen umverteilen, der Konkurrenz die Geschäftsgrundlage entziehen und anschließend eigene Produkte anstelle der Konkurrenten platzieren könnte? Und wenn man dabei große Werbetreibende für ihren eigenen Traffic bezahlen lässt und all dies den eigenen Geschäftspartnern und Konsumenten noch als qualitativen Fortschritt und wirtschaftliche Symbiose verkauft? Ob das wohl ginge…?

Die Frage stellt sich natürlich gar nicht. ;) Denn Google hat selbstverständlich sehr anständige Company Values, welche ich hier zur Beruhigung auszugsweise vorstellen und anschließend anhand der letzten Maßnahmen Googles auf Einhaltung prüfen darf:

1. Focus on the user and all else will follow
2. It’s best to do one thing really, really well

4. Democracy on the web works
5. You can make money without doing evil

10. Great just isn’t good enough

“1. Focus on the user all else will follow”

Zehntausende von Google-Mitarbeitern arbeiten tagtäglich daran, Google zu einem immer besseren Sucherlebnis zu machen und vollbringen dabei in aller Regel einen verdammt guten Job!

Kaum ein Unternehmen verwendet so viel Zeit und Ressourcen darauf wie Google, herauszufinden was Menschen im Internet suchen und erwarten, was sie mögen, welche Webseite ihr Anliegen am besten erfüllt und was unbefriedigend für den Konsumenten ist. So plädiert Google immer wieder dafür, im Sinne des Users zu denken und zu agieren, und machte den User-Fokus zum Teil der Google-Philosophie.

Zudem teilt Google seine Auffassungen über optimale User Experience mit Webmastern und steht mit Tools um Webseiten schneller zu machen ebenso zur Seite wie mit einem Tool, welches sehr einfach demonstriert, welche Teile einer Seite bei gängigen Bildschirmauflösungen im sichtbaren Bereich des Users (above the fold) liegen.

Hintergrund dieses Tools ist, dass Google sich ausreichend sicher ist, dass ein besonders hoher Anteil an Werbeanzeigen im sichtbaren Bereich in einer schlechten User Erfahrung resultiert. Oder wie Googles Außenminister Matt Cutts es aufklärerisch formuliert:

As we’ve mentioned previously, we’ve heard complaints from users that if they click on a result and it’s difficult to find the actual content, they aren’t happy with the experience. Rather than scrolling down the page past a slew of ads, users want to see content right away.

- Matt Cutts
Head of Webspam Team, Google Inc.

Besser könnte man es sicher nicht formulieren. Nun ist das jedoch nicht nur ein gut gemeinter Ratschlag seitens Google, sondern dieses Statement ist die Reaktion auf die Aufschreie von Webmastern, die durch das von Google Anfang 2012 ausgerollte “Page Layout Update” betroffen waren. Der “Page Layout Algorithmus” benachteiligte Webseiten mit besonders viel Werbung above the fold im Ranking. Google reguliert hier die Suchergebnisse also ein wenig in Richtung mehr Inhalt und weniger Werbung. Fair enough…

Sicherheitshalber wollte ich mit dem Google Browsersize Tool mal überprüfen, wo Google selbst den Inhalt platziert und wieviel Werbefläche sich im sichtbaren Bereich befindet. Dabei hat es sich dann aber leider als problematisch erwiesen, dass das Tool zwar geeignet ist, um den Rest des Internets auf Einhaltung dieser “Layout Guidelines” zu überprüfen. Aber aus einem mir unerklärlichen Grund ließ sich nicht nachvollziehen, wie viel “Inhalt” Suchende auf einem Google Suchergebnis sehen. Daher habe ich exemplarisch mal selbst ein paar Screenshots von Suchergebnisseiten angefertigt und die verbreiteste Bildschirmauflösung markiert bzw. nur den entsprechenden sichtbaren Ausschnitt benutzt. Der Übersichtlichkeit halber habe ich alles, was weder Werbung noch ein Google-Produkt ist, rot umrandet.

Aus Verbrauchersicht kann konstatiert werden, dass jeweils der größte Teil der sichtbaren Fläche mit Werbung bedeckt ist. Aus Wettbewerbssicht verschärft sich das Bild insofern, dass auch die scheinbar organischen Ergebnisse nicht nur von Anzeigen, sondern auch immer mehr von Google-eigenen Produkten verdrängt werden. Marketingexperten sind voll des Lobes….

Angesichts der Tatsachen fällt es schwer daran zu glauben, dass “Focus on the user first” das Prinzip gewesen sein soll, das zu diesem Page Layout geführt hat. Sollten für Google nicht die gleichen Maßstäbe gelten, die das Unternehmen den Webmastern auferlegt, die Besucher von Google empfangen möchten? Wer sich fragt, warum Google sich anmaßt, Webseitenbetreiber über User Experience zu belehren und für zu viele Anzeigen zu bestrafen, aber selbst so offensichtlich gegen dieses Prinzip verstößt, bekommt die Antwort von Nick Fox, Google VP Product Management: “Ads are just answers“. Na dann…

Panda, oder wie man einen Marktstart vorbereitet

Wer das noch nicht doppelmoralisch genug findet, sollte sich zudem mit dem(n) “Panda-Update(s)” von Google beschäftigen. Bei dem nach seinem Erschaffer Navneet Panda benannten Algorithmus handelt es sich um einen sogenannten “Filter”, dessen Aufgabe es ist zu verhindern, dass “poor quality” Webseiten sich ihren Weg in die Suchergebnisse von Google ebnen. Der Algorithmus setzt dabei laut Google hauptsächlich auf das Verhalten und die Einschätzung von Benutzern bezüglich verschiedener Webseiten und versucht, diese Muster zu nutzen, um eine distinguierte Aussage über die Qualität von verschiedensten Webseiten zu treffen und diese entsprechend in das Ranking innerhalb der Suchmaschine einfließen zu lassen.

Bereits in seinem ersten Anlauf in 2011 schaffte es das Google Panda Update, die Google Ergebnisse in Frankreich, Deutschland und UK von mehr als der Hälfte der Preisvergleichsseiten und Gutschein-Anbieter zu befreien. Diese Seiten erfüllten dem Anschein nach durch ihre Vermittlerrolle in besonderem Maße die Kriterien, die der Panda Algorithmus an “poor quality websites” stellt, und fielen demzufolge der Unsichtbarkeit in der Google-Suche anheim. Regelmäßige Panda-Updates sorgten über die nächsten Monate für weitere Bereinigungen.

Matt Cutts Matt Cutts | Google Inc.

Nun hätte es natürlich einen riesigen Aufschrei gegeben, wenn Google ein Preisvergleich wäre oder Gutscheine vertickt und einfach die Konkurrenz aussortiert. Aber wenn der Algorithmus eben manifestiert, dass die Nutzer diese Angebote partout nicht wollen, was soll man dann schon machen. Google wird es schon wissen…

… und kauft wenige Monate später mit DailyDeal ein Couponing-Business,  den noch jungen Preisvergleich SparkBuy, investiert in WhaleShark Media, Besitzer der weltgrößten Couponing-Site RetailMeNot.com, avisiert etwas mehr als 1 Jahr später die Markteinführung einer werbefinanzierten Shopping-Suche, bekräftigt Werbetreibende, ihren Anzeigen spezielle Offers und Coupons und sogenannte Product Extensions hinzuzufügen und klebt das Ganze letztlich ganz oben in die Suchergebnisse? WTF?

Natürlich ist es OK eine Preissuchmaschine zu bauen, wenn Google überzeugt davon ist, dass man Search besser kann als jeder andere. Und natürlich ist es OK Preissuchmaschinen zu verbannen, wenn man des festen Glaubens ist, dass sie überflüssig und unbeliebt sind. Aber erst zu behaupten, dass die Seiten keinen Mehrwert generieren und dann das eigene Produkt, das in diesem Fall nicht einmal besonders gut ist, zu kommerzialisieren und auszurollen muss auf den gesunden Menschenverstand schon etwas schizophren wirken…

“3. It’s best to do one thing really, really well”

Oder wie man genauer ausführt: “We do search. With one of the world’s largest research groups focused exclusively on solving search problems, we know what we do well, and how we could do it better.”

Natürlich macht derzeit niemand so gut “Suche” wie Google, und der Fokus des Unternehmens wird noch für einige Zeit Search bleiben, weil es das Einzige ist, mit dem Google Geld verdient (bis jetzt). Aber längst streckt Google seine Fühler in Branchen aus, die rein gar nichts mehr mit Suche zu tun haben. Payment Services wie Google Wallet und Checkout, Shop Zertifikate wie Trusted Stores, Glasfaser- oder Mobilfunknetze oder Vergleichsportale für Finanzdienstleistungen liegen im Tätigkeitsbereich immer weiter von der eigentlichen “Suche” entfernt.

“4. Democracy on the web works”

… but dictatorship earns the money. Möchte man hinzufügen. Denn angeblich verpflichtet sich Google dem Prinzip, dass das Verhalten der User, das Setzen von Links, Klickraten, sowie die Abgabe von Likes und +1 das Begehren der Nutzer in ausreichender Form äußert und die Beachtung dieser Signale zum optimalen Ergebnis führt.

Doch warum maße ich mir dann an, ein neues Google-Produkt über beliebten Alternativen zu platzieren, anstatt mich der Sehnsucht der Nutzer nach ihren präferierten Webseiten zu beugen? Sind Google Produkte nicht gut genug um den Markt über User Experience zu erobern? Jedes andere Unternehmen müsste zunächst ein überzeugendes Produkt abliefern, sich demütig den Google Guidelines unterwerfen, Presse- und Marketingarbeit leisten und auf Verlinkungen durch zufriedene User hoffen und einige Zeit warten um an die selben Positionen zu gelangen, an die Google seine eigenen Produkte willkürlich platziert und damit organischen Wettbewerb verdrängt.

Nutzer-Interesse laut Google Trends: Kayak vs. Google Flights

Nutzer-Interesse laut Google Trends Nutzer-Interesse laut Google Trends

Die zwei Beispiele zeigen, dass die basisdemokratische Sehnsucht der Internetgemeinde nach Googles neuen Produkten sich noch sehr in Grenzen hält. Im Gegenteil: Google muss sich fragen, warum eine visuelle Shopping-Suchmaschine wie Ladenzeile fast aus dem Stand ein seit seiner Geburt von Google künstlich am Leben gehaltenes Produkt wie Google Shopping, welches jeglichen Marktprinzipien trotzt und es qualitativ nicht einmal annähernd mit den oberen 50% der Comparison Search Engines in Europa aufnehmen kann, derart outperformen kann.

Googles Antwort auf die Frage sieht folgendermaßen aus: Bei einer von Google noch nicht genauer kommentierten Algorithmusanpassung vor zwei Wochen hat Ladenzeile.de 90% seiner Sichtbarkeit verloren. Der ebenfalls sehr beliebte Preisvergleich Billiger.de – eine sehr alte Preisvergleichsmarke aus Deutschland, die ihr Produkt, die User Experience und seine Google-Performance in den letzten Monaten sukzessive verbessern konnte, hat im gleichen Zeitraum einen herben Schlag erlitten und selbst der eCommerce Marktplatz ebay.de musste pünktlich zum Weihnachtsgeschäft erhebliche Einbußen hinnehmen. Ehemalige Schwergewichte wie Ciao.de (Bing), Kelkoo.de (Yahoo) und guenstiger.de sind längst zur Bedeutungslosigkeit verkommen.

Ich bin als Minderheits-Gesellschafter von Ladenzeile nur beschränkt objektiv, aber ich frage mich als Konsument und Marktbeobachter, worin das demokratische Prinzip sich noch manifestiert, wenn beliebte Produktsuchmaschinen abgestraft und Google Produkte mit fast deckungsgleichen Produktansätzen von Google selbst in die Aufmerksamkeit des Users emporgehoben werden. Ladenzeile.de empfängt jeden Monat eine halbe Million Besucher, welche die Webseite NICHT über Google erreichen. In den letzten 3 Jahren haben über EINHUNDERT Millionen Besucher Ladenzeile benutzt. Die Aufenthaltszeit einer einzelnen Session auf Ladenzeile ist im Schnitt deutlich höher als die von Nielsen ausgewiesene Gesamtnutzungszeit pro Person von Google Shopping.

Die Grafik rechts wiederum zeigt, dass User das Produkt von Google nicht etwa über google.de/shopping direkt aufsuchen, sondern zu mehr als 98% von Google selbst über die Integrationen von Google Shopping in den üblichen Suchergebnisseiten zum Google Preisvergleich geleitet werden.

“10. Great just isn’t good enough”

Auch die Frage der Qualität stellt sich hier nicht mehr wirklich. Ladenzeile.de ist ein Copycat der US-Suchmaschine Like.com. Im August 2010, mehr als ein Jahr nach Gründung von Ladenzeile kaufte Google die visuelle Suchmaschine like.com für ca. 100 Mio Dollar auf, stampfte die innovative Suchmaschine komplett ein und ließ die Ingenieure von Like.com stattdessen an der Google Shopping Suche arbeiten. Was Google jetzt mit der “neuen Shopping Experience” auf die Beine gestellt hat, ist nicht so unterschiedlich von dem, was Like.com zuvor getan hat und Ladenzeile seit Jahren erfolgreich betreibt.

Neu ist bei der Google Shopping Experience auf jeden Fall, dass Ergebnisse im Gegensatz zu arrivierten Preisvergleichen wie Idealo oder Billiger.de nicht nach Relevanz oder dem günstigsten Preis gelistet werden, wie die Bing-Kampagne Scroogled.com ganz gut darstellt. Zudem ist Google Trusted Stores das einzig unterstützte Trust-Zertifikat. Ähnliches ist für Zahlungssysteme zu befürchten. Zudem hat der größte Online-Retailer der Welt, Amazon.com, angekündigt nicht an einem zahlungspflichtigen Shopping-Angebot von Google teilzunehmen, was automatisch zu einem Abfall der Qualität führt.

Dass Amazon die Integration in Google Shopping fürchtet, mag daran liegen, dass Google ein gerissenes Spiel beginnen könnte, welches Amazon.com seit Jahren erfolgreich spielt. Amazon lässt Drittanbieter gegen Umsatzbeteiligung die Amazon Webseite und Infrastruktur als Marktplatz mitnutzen und erweitert somit virtuell sein Inventar. Macht ein Marketplace-Shop nun deutlich mehr Umsatz in einem Produktsegment als Amazon selbst, ist das für den US-Konzern ein sicheres Indiz dafür, dass das eigene Sortiment in diesem Bereich gestärkt werden muss. Wozu in die Glaskugel schauen, wenn man nur von den Top-Partnern abkupfern muss. Sobald Google Shopping den Online Retail Markt adäquat abbildet könnte Google sehr schnell entscheiden auch noch die Händlermarge einzustreichen und selbst zum Retailer zu werden. “Big Data” ist mit Sicherheit der nächste große Hebel für die meisten Geschäftsmodelle. Und wer Google heute an seinen Daten schnüffeln lässt, züchtet sich schon seinen Konkurrenten von Morgen heran.

Google vs. Innovation

Google verkauft sich gern als Innovationstreiber, unterstützt OpenSource-Produkte und will laut Unternehmensphilosophie die Welt verbessern. Doch genau weil Google als Kooperationspartner faktisch unerlässlich ist und man dem Suchmaschinenkonzern eine Reihe von Daten überlassen muss, ist die Strategie von Google nicht nur wettbewerbsfeindlich, sondern auch innovationshemmend. Wann immer ein Unternehmen wie Kayak, Like.com, KaufDA oder AirBnB ein wirklich innovatives Produkt entwickelt, welches User gern in Anspruch nehmen und dieses ein ausreichend begehrliches Umsatzvolumen erreicht, müssen Gründer, Investoren und Werbepartner damit rechnen, dass Google nicht nur in den Markt einsteigen wird, in aller Regel bereits die entscheidenden Basisdaten hat, sondern auch mit den entsprechenden Leistungserbringern bereits über den AdWords-Marktplatz in Kontakt steht und für einen erfolgreichen “Marktstart” nur noch die eigenen Besucherströme umleiten muss.

Google vs. Arbitrage

Apropos AdWords: Wenn die bei Google in Ungnade gefallenen Preisvergleiche und Affiliates aus dem organischen Index nahezu verbannt worden sind, könnten Sie ja wenigstens in AdWords Anzeigen schalten, um einen Teil des Traffic-Verlustes zu kompensieren und die Erwartungen ihrer Absatzpartner zu erfüllen. Abgesehen davon, dass allein die Erzwingung dieser Denkweise schon ein Marktmacht-Thema für sich wäre, zieht Google aber auch in den Adwords-Guidelines die Schrauben nun deutlich an:

In einem aktuellen Adwords Policy Update befindet sich folgende Reglementierung:

Ads that lead to a search results page must “clearly indicate” that the landing page will provide a search experience.

In die Realität übersetzt heißt das, dass insbesondere Preissuchmaschinen, aber auch Flugsuchmaschinen und ähnliche vertikale Suchen nicht mehr transaktionale Keywords wie ‘kaufen’, ‘buchen’, ‘bestellen’, ‘abschließen’ oder ‘reservieren’ benutzen dürfen, sondern stattdessen auf den Suchcharakter der entsprechenden Landing Page hinweisen müssen. Wer sich ein wenig mit Conversionrate Optimierung oder Suchmaschinenmarketing auskennt, versteht sofort, dass die diskriminierende Aufoktroyierung dieser Richtlinie einen direkten negativen Einfluss auf den Erfolg des Suchmaschinenmarketings der entsprechenden Marktteilnehmer hat.

Nicht nur, dass sich diese Richtlinie fast alleinig und ausschließlich auf Anbieter von Suchergebnissen und damit Google-Konkurrenten bezieht, sondern auch hier zeigt sich erneut dass Google mit zweierlei Maßstab misst. Denn die eigenen Shopping-Integrationen sind nur mit dem kleinen ausgegrauten Hinweis “Sponsored” in der rechten oberen Ecke gekennzeichnet.

Gerade den Punkt Demokratie und Abbildung der echten Begehren von Nutzern in den Suchergebnissen muss man also spätestens heute nun mehr als kritisch hinterfragen. Der nächste Punkt der Google Philosophie wird uns aber nun wirklich zeigen, wie man Geld verdient ohne “evil” zu sein…

5. You can make money without doing evil

philipp-schindler Philipp Schindler, Googles Nord- und Zentraleuropachef | Bild: turi2.de

“Don’t be evil” ist einer der ältesten Grundsätze von Google und er findet sich in obiger Form in der öffentlichen Philosophie des Vorzeigeunternehmens wieder. Und selbstverständlich kann man Geld verdienen ohne Böses zu tun. Die Frage ist eher, ob man genug Geld verdient, wenn man immer artig ist. Den Königsweg trotz fixer Suchvolumina und AdBudgets trotzdem mehr Geld zu verdienen, ohne als wirklich evil wahrgenommen zu werden, hat Google aber längst gefunden. Das Geheimrezept des Werbegiganten nennt sich “Ad Extension” und ist eine ebenso geniale wie perfide Möglichkeit, sämtliche Marktteilnehmer um ihr Geld zu erleichtern und ihnen dabei noch das Gefühl zu geben, dass sie etwas gewonnen hätten.

Was ist eine Ad Extension?

Ad Extensions

Ad Extension sind sogenannte Anzeigenerweiterungen, die den Adwords-Anzeigenkunden von Google bei Erfüllung gewisser Zulassungskriterien auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden. Populäre Ad Extensions sieht man rechts im Screenshot. Es gibt Erweiterungen, um Telefonnummern oder Newsletter-Formulare einzublenden, Product Extensions, um konkrete Produkte mit Preisen in die Anzeigen zu integrieren, Rating-Extensions, welche die Vertrauenswürdigkeit des Angebots symbolisieren sollen, sowie verschiedene lokale und Maps-Extensions, eine Google Plus Extension und die sogenannte Sitelinks.

Ad Extensions sind gleich aus dreierlei Hinsicht evil. Zunächst ist die Vergabe einer Erweiterung in den meisten Fällen von der Benutzung mindestens eines weiteren Google Produktes abhängig. Google Plus Extensions beispielsweise setzten die Teilnahme an Googles Social Network Google Plus, sowie eine gewisse Anzahl von Abonnenten und regelmäßige Aktivität auf dem hirntoten Google Netzwerk voraus. Eine Facebook-Extension gibt es selbstverständlich nicht. Für lokale und Maps Extensions muss Google Places oder Maps benutzt werden. Bing-Maps Extension oder Alternativen? Fehlanzeige. Offer Extensions um Deals und Coupons zu promoten setzen die Teilnahme an Google Offers voraus. Ähnliches steht für Google Trusted Stores und Google Checkout zu befürchten. Insbesondere innerhalb der Produktsuche.

Für den Werbetreibenden bedeuten die Ad Extensions vor allem eines: Mindestens eine zusätzliche Zeile für ihre Anzeige und damit mehr Aufmerksamkeit und die marginale Verdrängung aller Konkurrenten. Google Adwords Anzeigen, die früher mal aus 4 Zeilen bestanden, können heute bis zu 8 Zeilen einnehmen. Wer kompetitives Suchmaschinenmarketing in umkämpften Märkten betreiben will ist somit auf die Inanspruchnahme sämtlicher Erweiterungen zur Maximierung der eigenen Sichtbarkeit und Klickrate angewiesen. Die Teilnahme an den zugrunde liegenden Google Produkten ist also für Werbetreibende quasi-obligatorisch. Alternativen zu den Google Produkten werden nicht angeboten. Wer bei AdWords wirklich mitspielen will, muss komplett in die Google-Welt eintauchen. Zudem sind natürlich sämtliche Akteure angehalten (und werden von Google motiviert) so viele Erweiterungen wie möglich zu nutzen, wodurch der gewonnene Vorteil gegenüber der Konkurrenz schnell dahin schmilzt.

Mindestens einen Verlierer gibt es natürlich dennoch in diesem Rennen um mehr Aufmerksamkeit: Die organischen Listings. Von immer mehr Anzeigenfläche mit schönen Extensions nach unten verdrängt verkommen die natürlichen Suchergebnisse, die Google einst zur besten Suchmaschine der Welt gemacht haben, zum Backfill für ein Portal voller Anzeigen äh… Antworten. Schon heute enden zwei Drittel der Klicks von Suchenden in den Anzeigen. 45 Prozent der Nutzer sind nicht einmal in der Lage zu unterscheiden, ob sie Anzeigen oder natürliche Ergebnisse sehen (Quelle). Zu allem Überfluss werden Navigationselemente so verlagert, dass der ohnehin knappe vertikale Platz gängiger Desktop- und Handybildschirme noch weniger Raum für organische Ergebnisse bietet und Anzeigen weiter in den Mittelpunkt rückt.

Indem Google Stück für Stück den Anzeigen mehr Extensions und Sichtbarkeit gibt, erhöhen sich ceteris paribus die Werbeeinnahmen des Suchmaschinengiganten, und der Rest des Webs geht leer aus. Denn durch die Benachteiligung der organischen Ergebnisse sorgt Google dafür, dass weniger Traffic im Rest des Internet versickert. Wenn wiederum keine Besucher und damit Werbeausgaben mehr bei Verlagen, Vermittlern, Portalen und kleinen Webmastern ankommen, wird zugleich das Budget frei, dass die Advertiser brauchen, um ihre zusätzlichen Anzeigen-Klicks bei Google zu bezahlen. Eine Win-Win-Situation…. für Google.

Enhanced Sitelinks

Die ausgetüfteltste alle Ad Extensions sind aber mit Sicherheit die “Enhanced Sitelinks“. Das sind praktisch Mega-Anzeigen, die aus fünf Einzelanzeigen bestehen und nur dann erscheinen, wenn die Ursprungsanzeige schon eine wirklich sehr gute Klickrate hat. Ähnliches gilt für die organischen Sitelinks. Wenn diese erscheinen werden die organischen Ergebnisse neuerdings übrigens auf nur noch 7 statt 10 Ergebnisse verkleinert. Und da wird es spannend: Wann sieht man eigentlich typischerweise diese organischen Super-Sitelinks und darüber noch eine sehr gut geklickte Anzeige?

Beispiel: Enhanced Sitelinks in Adwords

In deutlich mehr als 90% der Fälle dürften die neuen Enhanced Sitelinks für Google Anzeigen nämlich nur dann erscheinen, wenn jemand nach einer bestimmten Marke, einem lokalen Business oder einer Internetadresse sucht. Dabei spricht man auch von “brand search” oder “navigational traffic”, weil die Suche nur dem endgültigen Auffinden einer bereits vage bekannten Adresse dient. Schaltet man hier auf seinen eigenen Firmennamen Anzeigen, erreicht man selbstverständlich eine Klickrate, die groß genug ist, um Enhanced Sitelinks zu erhalten. Und ausgerechnet für diese Suchanfragen reduziert Google die organischen Ergebnisse um 30% und bietet eine Riesen-Anzeige an. (Screenshot rechts)

Etwas weitergedacht bedeutet das, dass Google dort, wo es in aller Regel mangels Konkurrenz oder aufgrund rechtlicher Bestimmungen keine weiteren Anzeigen gibt, dem einzigen Kunden, nämlich dem Markeninhaber selbst die “Chance” gewährt, die Hälfte der sichtbaren Suchergebnisse zu seiner eigenen Marke oder Adresse in eine Anzeige zu wandeln um anschließend den Traffic, der ihn so oder so über den organischen Bereich erreicht hätte, gegen Werbedollars von Google abzukaufen.

Was muss man denn rauchen um das Kaufen seines eigenen Brandtraffic gut zu finden??? Dass bei den umsatzincentivierten Adwords-Agenturen und bei Google schon die Korken knallen ist verständlich. Schließlich hat man just marketingtechnisches Brachland in eine fruchtbare Einkommensquelle verwandelt.

Fazit

Man kann sich vortrefflich darüber streiten warum sich ausgerechnet Verlagshäuser nach gesetzlicher Regulierung sehnen; und warum sich insbesondere andere Suchmaschinen, Preisvergleiche und Flugportale verbinden um dem Einhalt zu gebieten und Konsumenten aufzuklären.

Werbetreibende und Konsumenten müssen sich aber auch fragen, ob es nicht etwas blauäugig und kurzsichtig ist, treugläubig davon auszugehen dass ein profitgetriebenes Unternehmen seine Marktposition nicht missbraucht und sich stattdessen als weißer Ritter für Netzfreiheit verkauft. Zudem könnte es sich als naiv herausstellen zu glauben, dass den Verbraucher das Problem nicht im Ansatz tangiere, wenn er auf der Suche nach relevanten neutralen Informationen im Netz auf ein Unternehmen vertraut, dass ein Datenmonopol anstrebt und sukzessiv – vorsätzlich oder nicht – innovative oder konkurrierende Produkte kopiert, integriert oder ausradiert.

Vor allem muss man sich aber fragen, ob ein Unternehmen derart agieren könnte, wenn es sich nicht schon längst in einer Markt- und Informationsbeherrschenden Stellung befände; und wenn Verbraucher in der Lage wären, die Tragweite und Intransparenz des Problems aufzudecken und es im Mindset des Konsumenten eine Alternative zu Google gäbe.

Warum kauft ein rational denkendes Unternehmen wie Google Couponing-Anbieter wie DailyDeal oder Incentive Targeting und investiert in WhaleShark Media, wenn die eigenen brillanten Ingenieure gerade herausgefunden haben sollen, dass solche Seiten angeblich dem User nichts nützen. Warum beschäftigt man sich intensiver denn je mit dem Thema Preis- und Produktvergleich, wenn der allmächtige Panda-Algorithmus gerade manifestiert hat, dass selbst bessere Preisvergleiche von Usern angeblich als qualitativ minderwertig angesehen werden. Warum geht Google auf Shopping-Tour im Couponing-Business und auf Expansionskurs im Preisvergleich, wenn Bing und Experian ihre Preisvergleiche Ciao und Pricegrabber verzweifelt versuchen zu verkaufen und selbst für einen Bruchteil der einstigen Investitionen kaum noch einen Käufer finden?

Die Antwort könnte sein, dass es hier längst keinen funktionierenden Markt mehr gibt, weil Google Innovation hemmt, Konkurrenten diskriminiert und abschreckt. Gleichzeitig nutzt der Konzern seine schrankenlose Marktmacht um jeden, der die Google-Suchmaschine nutzt, sei es Verbraucher oder Advertiser, in die eigenen Produkte hineinzuzwängen um somit den Google-Projekten den Markteintritt zu ebnen oder sogar gleich die Marktführerschaft angedeihen lässt.

Frohe Google-Weihnachten!

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Von der Netz-Demokratie zum Google-Monopoly, 9.8 out of 10 based on 336 ratings

{ 167 comments }

klm November 30, 2012 at 10:57

atemberaubend kompetent. Ergänzung zur Arbitrage: Hier sollte aus sicht eines Händlers, der seite Produkte auch in Preisvergleichen listet überdacht werden, ob man gleichzeitig Arbitrageur und Profiteur (also Teilnehmer) vom Google Suchnetzwerk sein darf.

Florian Weißenstein November 30, 2012 at 10:17

Danke Philipp, für diesen mehr als gelungen Beitrag! Hut ab und du sprichst sicherlich aus der Seele viele Marketer!!

Florian November 30, 2012 at 11:18

Danke Philipp, für diesen mehr als gelungen Beitrag! Hut ab und du sprichst sicherlich aus der Seele viele Marketer!!

Lars Enneper November 30, 2012 at 10:25

R E S P E K T !

Frank Doerr November 30, 2012 at 10:28

Danke Pip für diesen excellenten Artikel. Ceterum censeo Google esse delendam! ;-)

Mißfeldt November 30, 2012 at 11:28

Boah! Sehr klasse und plausibel hergeleitet. Der Artikel gehört auf Spiegel online! Danke, pip.

Baynado November 30, 2012 at 11:45

Der mit Abstand beste Blogpost zur Google Monopolstellung.
Ich frage mich schon lange, warum nicht alle Google geschädigten sich aktiv gegen Google verbünden. Dieser Blogpost ist von seinem Inhalt her genial und wahr, aber bewirken wird er erst etwas, wenn man auch nach diesen Erkenntnissen handelt. Das macht doch bisher kaum einer.

Wieso weist keiner der geschädigten Anbieter seine Stammleser auf diesen Missbrauch hin und verweißt aktiv auf Suchaltenativen?

Martin Witte November 30, 2012 at 10:50

Super geschrieben — Respekt und Danke!

Sebastian November 30, 2012 at 11:51

Hi,

ich habe oft schon gleiche Denkansätze entwickelt, aber ein so detailliertes Gesamtbild hatte ich noch nicht vor Augen.

Vielen Dank hierfür,

Sebastian Fleige

Sebastian Czypionka November 30, 2012 at 12:04

Ein sehr gut recherchierter, aufbereiteter und verständlicher Artikel über dieses sich immer mehr zuspitzende Thema!

Die Frage ist:

Was können wir, als Teil der vertikalen Übernahmewelle dagegen tun?

Elmar November 30, 2012 at 12:17

Der beste Artikel des Jahres zu Google. Danke dafür! Ich bin dieses Jahr 6 Monate ausgefallen und der Artikel hat mir geholfen, die Ereignisse bei Google in dieser Zeit besser zu verstehen und mich dazu gebracht, manche Strategien zu überdenken.

Kai November 30, 2012 at 12:18

Alter Schwede! Das nenn ich mal gelungen.
Das mit Abstand Beste, was ich seit Jahren zu Google gelesen habe. Vielen Dank.

Jens November 30, 2012 at 12:23

Einer der besten Artikel zum Thema” Google und seine Monopolstellung” den ich JEMALS gelesen habe. Aufschlussreich, verständlich wiedergegeben, und grandios recherchiert.

Einfach nur High Class Journalismus.

Vielen Dank

Marcel Prothmann November 30, 2012 at 12:29

Top Beitrag PIP !!!

Zum Thema Adextensions und Googles Marktposition finde ich noch erwähnenswert, dass Google über die Social Extension derzeit quasi 11 mögliche KOSTENFREIE Klickouts aus den ADs heraus zu Google+ Firmenseite anbietet. Und das natürlich auch bei Keywords wie z.B. derzeit spannend: KFZ VERSICHERUNG. Ein Schelm wer da böses denkt ;)
http://www.ads2people.de/blog/sem/google-plus-mit-adwords-verknuepfen/

Dominik November 30, 2012 at 12:33

Ein sehr interessanter Artikel, welcher viele der letzten Änderungen von Google schön zusammenfasst. Eines ist sicher, es wird spannend bleiben ;-)

De Mo November 30, 2012 at 11:34

Excellent³. Sicherlich der beste Artikel zum Google-Monopoly

Ray Gbk Wilson November 30, 2012 at 11:35

Sehr guter Artikel, danke dafür.

ingo November 30, 2012 at 12:48

Wirklich ein klasse Artikel! Danke für die Mühe die du dir gemacht hast!!

Pelle Boese November 30, 2012 at 11:54

Wer viel Zeit hat, unbedingt lesen. Ansonsten auf den Kindle laden oder ausdrucken!

Steven Schulz November 30, 2012 at 13:20

sent to kindle :-)

Sebastian Döpp November 30, 2012 at 13:11

Wow was ein Artikel, wirklich auf den Punkt gebracht! Bitte schicke diesen doch an den Spiegel und an das Bundeskartellamt, ach nee direkt an das EU Kartellamt! Sicher wirst du eingeladen um den Menschen dort das noch mal in aller Ruhe zu erklären ;-)

Justus November 30, 2012 at 13:21

Danke für den wertvollen und wichtigen Artikel!

Marcel November 30, 2012 at 13:31

Da merkt man wie blind man manchmal ist obwohl man den ganzen Tag mit Google zu tun hat. Ich glaub das war das beste was ich dieses Jahr gelesen hab, Danke!

Patrick Krippendorf November 30, 2012 at 12:32

Besten Dank für diesen überaus interessanten und umfassenden Artikel!

Gretus November 30, 2012 at 13:41

Hallo,

super Beitrag, tatsächlich gerade auf Papier gebannt ;-)

Grüße

Gretus

Panek November 30, 2012 at 13:44

Ein phantastischer Artikel zu einem Thema an dem wir alle hier nicht vorbeikommen. Aber ich frage mich wie viele andere der Kommentatoren auch „was man überhaupt dagegen tun kann“?? Und meine Antwort lautet leider: Nicht viel!

Andreas November 30, 2012 at 13:52

Tja…
Schön beschrieben, aber eines lässt der Text offen:

Was tun?
Google zerschlagen?

Rene November 30, 2012 at 13:55

Ich werde mir Deinen Artikel zuhause “nochmal” in Ruhe durchlesen. Super geschrieben und inhaltlich herrvoragend. Hoffen wir mal, dass Google nicht noch einen Algorithmus einführt die Webseiten freidenkender Menschen mit Meinungen jenseits von “pro Google” in die analen der Webgeschichte untergehen zu lassen.

Ich zögere schon fast solche Artikel zu sharen und zu plusen weil ich befürchte, dass irgendein Google Mitarbeiter meinen Google Account mitsamt aller Webprojekte in die interen serps verschieben könnte…

Michael November 30, 2012 at 14:03

Nice Pip,

online marketing article if the year? Nah dran alle mal!

VG,
Michael

Sebastian Döpp November 30, 2012 at 14:13

So, an den Spiegel habe ich das ganze dann schon mal geschickt … wer übernimmt das EU Kartellamt?

Baynado November 30, 2012 at 14:15

@Andreas Eine Zerschlagung von Google wäre eine realistische Möglichkeit.

Oder eben selber aktiv für andere Suchmaschinen Werbung auf der eigenen Seite machen und Google komplett aussperren. Nach dem Motto uns findet man nur unter Suchalternative XY.

Die Google Custom Search Engine von der eigenen Seiten verbannen und durch andere ersetzen.

Google Services durch Alternativen ersetzen, also kein Gmail nutzen, kein Youtube, etc.

Weniger den Kopf in den Sand stecken und darauf hoffen, dass andere es schon richten werden.

Steffen November 30, 2012 at 14:24

Besser kann man das Ganze nicht auf den Punkt bringen! Top.

Andrej Bensack November 30, 2012 at 14:34

Hey Phillipp,
Danke für den interessanten Artikel – ich finde es ist eine ganz normale Entwicklung eines modernen Unternehmens!!!

realloc November 30, 2012 at 14:38

Exzellent!! Ich habe schon lange keinen so guten Text mit solch hervorragend recherchierten Hintergrund mehr gelesen.

Chris Schagen November 30, 2012 at 14:40

Pip, leider greift Dein Artikel ein wenig zu kurz, denn dass lange Spiel ist eigentlich noch böser als von Dir dargestellt.

Früher war es doch so: Suchmaschinen verletzten Urheberrechte, in dem diese von Dritten veröffentlichte Inhalte runterladen und maschinell auswerten. Da aber der enorme Nutzen von Suchmaschinen unstrittig war, hat der Gesetzgeber damals ein Privileg für Suchmaschinen geschaffen, Urheberrechte für diesen Nutzen stiftenden Zweck doch zu verletzen. Getreu dem Motto: Die Urheber geben durch Ihr Schaffen den Such Algorithmen die Daten zum organisieren der Informationen, dafür erhalten sie Besucher aus der Suche.
Seit der stetigen Umverteilung der Aufmerksamkeit weg von den organischen Suchergebnissen hin zu eigenen Produkten, die eine bevorzugte Integrationen erhalten, ist das obige Motto hinfällig. Die Urheber geben Daten, erhalten aber immer weniger Besucher.

Damit entsteht aber die Gefahr, dass – in Kombination mit Quasi-Monopolstellung – die Regulierung das Privileg entzieht bzw. an strenge Bedingungen eingrenzt. Vermutlich ist das ja auch die Intention Deines Artikels, dass hier unbeholfen agierenden Spielern ein wenig mehr Munition zur Verfügung zu stellen.

In einer solchen Situation könnte ein Suchmonopolist zwei Dinge tun: (a) die Bediungen erfüllen und deutlich weniger verdienen als bisher, oder (b) einfach nicht mehr auf von Dritten veröffentlichte Quellen zugreifen. Und genau letztes ist doch der Riesentrend, den Google verfolgt.

Chrome Browser, Android Handys, Doubleclick Cookie Reichweite, penetrante Belästigung von Gmail Usern, nun endlich zu Google Plus „upzugraden“, DNS Service, Hosting bei Google, Google Cloud Computing… man könnte diese Liste noch um etliche Einträge fortsetzen. Idee dahinter ist, dass mit „eigenen“ Datenquellen sich in kürze auch eine Suchmaschine wunderbar betreiben läßt – einigen nicht näher genannten Stimmen aus Mountain View zufolge übrigens auch schon heute.

Sprich: Wohlmöglich ist es jetzt schon zu spät, mit der Keule zusätzlicher Regulierung und dem Drohpotential des Enzuges des öffentlichen Link Graphen überhaupt ein umlenken zu bewegen. Mal abgesehen davon, das mit den „eigenen Datenquellen“ auch auf absehbare Zeit sichergestellt ist, dass kein anderer Innovator eine Chance hätte, in einen fairen Wettbewerb zu treten.

Liebe Regulierer/Kartellwächter: Beeilt Euch bitte!

Andre November 30, 2012 at 14:48

Viel Wahrheit und sehr lesenswert! Die Aussage von Martin mit Spiegel online, würde ich 1:1 so unterschreiben. Man darf gespannt sein, wie Evil das ganze noch wird.

Gruss
André

Philipp Klöckner November 30, 2012 at 14:50

@Chris:

Vielen Dank. Da hast Du absolut Recht.

Leider überfordern 12 Seiten das Aufmerksamskeitbudget, dass der Deutschnitts-Onliner dem Thema beimessen würde schon vollkommen. Ich bin aber bei Dir, dass man auch gut hätte 50 Seiten füllen können und das Thema dadruch sicher nicht weniger dringlich geworden wäre!

Andre Nowak November 30, 2012 at 13:55

Ich hoffe Dein Artikel schlägt die Wellen, die er von der Qualität des Inhaltes her verdient hat. Im Zusammenspiel mit Chris seiner Ergänzung, in den Kommentaren, eine erschreckende Wahrheit.

Open Dimensions November 30, 2012 at 20:21

Krass, also klar war das ja schon lange, dass das nicht alles un"evil" ist, was die machen, aber wie radikal die reinhauen, hätte ich nicht gedacht…

N.Nuss November 30, 2012 at 14:58

Wirklich sehr gut zusammengefasst mit greifbaren Beispielen und Verweisen.

David Radicke November 30, 2012 at 14:33

Sehr störend finde ich persönlich auch, daß in der Web-Analyse die organischen Referrer-Keywords wohl irgendwann komplett unsichtbar sein werden – während die gebuchten AdWords-Keywords auch in Google Analytics sichtbar bleiben.

Das Argument der "Sicherheit" ist m.E. völlig ausgehebelt, denn offenbar gilt die Sicherheit nicht für Google-Adword-Kunden…

Wenn ich also wissen will, wonach meine SEO-Besucher vorher gesucht haben, muss ich wohl demnächst AdWords buchen…

René November 30, 2012 at 15:37

Ich würde bzw. ich behaupte, dass ist der beste mit starken Argumenten untermauerte Artikel hinsichtlich Google und deren etwaigen Geschäftszweigen und Eigenenarten, den ich bis dato in den Weiten des Internets lesen durfte.
Ich würde sagen, es fehlt lediglich die Übersetzung ins englische!

Andre November 30, 2012 at 15:48

Hey Pip,

ein sehr interessanter Artikel und du hast das Ganze super gut zusammengefasst.

Ich glaube, das den meisten Leuten garnicht so recht bewußt sind, was Google mittlerweile alles über uns “weiß” bzw. an Datenmengen und Informationen vorliegen hat, um dies durch weitere Tocherfirmen zu monetarisieren. Bei “GEZ” und/oder “GEMA” schreien gleich alle, aber bei Facebook oder Google sind alle erstaunlich ruhig.

Alternativen sehe ich derzeit keins, hoffe aber das Google in der Zukunft mal von einer innovativen Firma oder sogar einen OpenSource Projekt abgelöst wird, wie seinerzeit Altavista von Google vom Thron gestossen wurde.

Robert November 30, 2012 at 15:53

Genau so sieht es aus. Spätestens seit den krassen Updates mit teilweise erbärmlichen Suchergebnissen und Vernichtung granzer Branchen inkl. langjähriger Arbeitsplätze muss jedem klar geworden sein, dass Google auf Verlässlichkeit, Erwartungshaltungen usw. einen … gibt. Sehr guter Artikel.

Nils November 30, 2012 at 15:58

Ganz starker Artikel! Sehr viel Arbeit aber die hat sich defintiv gelohnt.

Philipp Klöckner November 30, 2012 at 16:00

@David: Guter Punkt. Aber referrer aus der Suche weiterhin zu übergeben, hieße für Google halt Facebook und dem Rest des Internet “Daten” zu schenken – das passt nicht im die Logik.

Selbst als Adwords-Kunde erhältst Du übrigens nur noch die Keywords bei denen Du geklickt wurdest. Diejenigen bei denen Du angezeigt wurdest und nicht geklickt wurdest. Also die Du gerne nicht weiter buchen würdest erhältst Du nicht mehr im Suchanfragenbericht. ;)

Jonas Weber November 30, 2012 at 16:01

Wow, super Artikel. Du solltest das Google-Monopol-Problem mal im Bundestag vorstellen, weil von denen versteht das keiner!!! Es schafft wohl kein Unternehmen besser, Werbung als nützlichen Content zu verkaufen…

Michael K November 30, 2012 at 16:37

Sehr gute Artikel, etwas lang aber segr gut geschrieben.

Weiter so.

Gruss

Marcel November 30, 2012 at 17:34

Super Artikel, vielen Dank dafür!
Gut möglich, dass in ein paar Jahren Google nur noch aus eigenen Produkten besteht. Quasi das 2. Internet (Werbung kann man darauf trotzdem schalten, aber die organische Suche fällt weg).

Aber bald ist ja Weihnachten und Google wird wieder ein paar Millionen an gemeinnützige Institutionen spenden und alle freuen sich darüber.
Ich hoffe dass ein Teil meines AdWords-Budgets auch dabei ist.

Mike November 30, 2012 at 19:08

Auf so einen ausgiebigen Artikel kann man (leider) Wort-prozentual nur sehr wenig antworten, denn auf alle Punkte näher einzugehen wäre Kommentar-sprengend und würde einen eigenen Artikel mit mind. der gleichen Länge bedingen.

• Google und die Cloud

Ich dachte eigentlich, dass Google die Clouddienste und das drumrum besser dazu nutzen würde, schnell alle seine ach so tollen Produkte am Markt zu plazieren, die alles Mögliche ersetzen, was jahrelang gesund gewachsen ist. Vom Microsoft Office bis zur Flug- Restaurant- und sonstwas Buchung. Endlich kommt Suche und Buchung zusammen.

• Google und die Angst

Interessant auch die Aussage im Kommentar von Rene: “Ich zögere schon fast solche Artikel zu sharen und zu plusen weil ich befürchte, dass irgendein Google Mitarbeiter meinen Google Account mitsamt aller Webprojekte in die interen serps verschieben könnte…”
Dies zeigt die Angst vor der ALLMACHT Googles, nicht nur bei den Webseitenbetreibern.

• UND WO SIND DIE WETTBEWERBSHÜTER?

Diese Behörden, welche auch als Kartellämter bekannt sind, sollten sich mal ihrer Pflichten bewusst werden und hier gemeinsam vorgehen. Eine Machtkonzentration, die zu unerwünschten Verteilungswirkungen führt wie bei einem Suchmaschinenmonopol kann doch nicht totgeschwiegen werden. Die ganzen Wettbewerbsbehörden vieler Länder sind in Orgas wie der OECD integriert, da muss man halt mal aufstehen und seinen Mund aufmachen.

NUR IST DA SCHEINBAR FÜR GOOGLE KEINE ZUSTÄNDIG. IST DIE ALLMACHT EINFACH ZU GROSS, AUCH WEIL DIE AMIS DAHINTER STEHN?

So nun gibts ne Suppe. Mahlzeit!

Abro November 30, 2012 at 21:28

Auch wenn ich dir nicht anstandslos beipflichte, ist das was du hier qualitativ abgeliefert hast einfach nur ‘wow’, da bleibt ja wirklich kein Auge trocken. Traut man sich ja fast nicht mehr nur kurz zu kommentieren um ein Dankeschön für deine Mühe los zu werden. @Mißfeldt’s Gedanken teile ich übrigens – dein Artikel könnte so auch auf SPON stehen.

Ralf Zmölnig November 30, 2012 at 22:12

…und in den Kommentaren: “Ich zögere schon fast solche Artikel zu sharen und zu plusen weil ich befürchte, dass irgendein Google Mitarbeiter meinen Google Account mitsamt aller Webprojekte in die interen serps verschieben könnte…” (Rene). Das lässt tief blicken, wo gefühlt die Reise bei Google hingeht. Ich hoffe daher, dass das über kurz oder lang Google das Genick bricht!
Wenn nicht, werden wir in der Tat auch bei Suchmaschinen bewußten Konsum bzw. in diesem Fall Nutzung proklamieren und mächtig Aufklärungsarbeit leisten müssen.
Was mich dabei (etwas) hoffen lässt: Ähnliche Dinge konnte man Ende der 90er, Anfang 2000 auch über AOL lesen/ diskutieren ;o) Und als wir im Wahlkampf in München mit “Mehr Linux, mehr Freiheit” arbeiteten, wurden wir auch von den PR-Mühlen von Microsoft ordentlich zwischen die Mahlsteine gequetscht. Inkl. der Drohung den Standort zu verlassen, wenn man hier nicht gewünscht wäre. Aber hier ging es auch (nur) darum, dass MS aggressivst und mit unanständiger Lobbyarbeit alles an sich reissen wollte. Zum Glück haben sie den Zug an vielen Stellen (leider auch BING) entgleisen lassen. Und Google entgleist auch langsam (aber sicher?).
Was SPON anbelangt: Die sind da nicht so gut, und gehen bewußt auch nicht so tief. Ich würde das eher beim Handelsblatt oder WiWo platziert sehen wollen. Wer kriegt das hin?

Ansonsten auch von mir Respekt dafür, mit solcher Arbeit den Kampf aufzunehmen, und bestimmt viele mitzureissen oder wenigstens ordentlich zum Denken anzuregen! Danke dafür.
Gruß. Ralf

Tobias Eibich November 30, 2012 at 21:56

Sehr guter Artikel!

Matthias November 30, 2012 at 23:04

Ja, wirklich ein sehr guter Artikel.

Google ist übrigens auch seit einiger Zeit dabei, Wikipedia und die Arbeit von hunderttausenden Autoren dort zu assimilieren. Das nennt sich “Knowledge-Graph”.
Die organischen Suchergebnisse werden so auch bei eigentlich nichtkommerziellen Traffic-Keys marginalisiert.

Gerade heute wurde ein gewaltiger neuer Bereich im Knowledge-Graph eröffnet:

[quote]
We get a lot of queries for medicine on Google. So to make it quick and easy for you to learn about medications, we’ll start showing key facts — side effects, related medications, links to in-depth resources, and more — right on the search results page.
[/quote]

http://insidesearch.blogspot.de/2012/11/look-up-medications-more-quickly-and.html

Ralph November 30, 2012 at 23:25

Hey Pip,

ganz großes Tennis. Ich hab da schon mal was vorbereitet:
——————————————————————————-
If you would like to contact me, please use this form.
You can also reach me by post or fax:

Commissioner Joaquín Almunia
European Commission
1049 Bruxelles/Brussel
BELGIQUE/BELGIË
Fax: +32 02 29 80 999

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/almunia/contact/commissioner/index_en.htm

Hut ab – klasse Artikel!

Ralph

Ivo December 1, 2012 at 00:02

Einer der besten Artikel die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Danke Philipp…

Ich habe im April diesen Jahres schon meine eigene kleine Theorie “Profitgier oder SEO bestrafen?” (und auch darüber geschrieben) aufgestellt, die durch deinen Artikel untermauert wurde.

Grüße Ivo

Lisa Smartphonewars December 1, 2012 at 00:32

Wow, das ist mal ein toller Artikel! Vielen Dank dafür. So etwas liest man viel zu selten. Jemand der Ahnung hat UND eine Meinung UND schreiben kann.
Gruß Lisa von den Smartphonewars.

jens December 1, 2012 at 00:33
Lisa Smartphonewars December 1, 2012 at 00:43

Dazu passt auch diese Meldung:
http://allthingsd.com/20121130/google-acquires-shopping-locker-service-bufferbox/

Google kauft Bufferbox, eine Art Paketbox Service

Hans December 1, 2012 at 03:13

Google die Maske vom Gesicht gerissen. Bravo – dieser Artikel wird mein Denken und Handeln im Internet verändern.
Danke

Seo leo December 1, 2012 at 10:50

Erstmals danke für das Teilen deiner gedanken und erfahrungen, ein einzichartiger Artikel Pip!

Wenn 1 Wort nicht genügend ist, sind Tausenden wörter eine Verschwendung sagt ein Spruch. Bei dir nicht!

Lg aus baden bei wien
leo

Jan December 1, 2012 at 11:11

Auf jeden Fall sehr schön zusammen gefasst auf die relevanten Punkte. Klar ist da noch viel mehr dahinter. Allerdings grundsätzlich mit dem Problem: Welches Unternehmen würde es anders machen und warum sollte es? Bevor jeder publizieren konnte gab es in der Massenkommunikation auch Monopolstellungen, die ähnlich ausgenutzt wurden. Man sehe sich nurmal die Druckereien an. Das große Problem bei Google ist also: Der User freut sich über alles weil er doch die Infos so nah und direkt bekommt wie er es gerne hätte und da nunmal der Großteil der Internetnutzer kein Geld dort verdient ist die kostenlose Mitnammentalität ein großes Problem, das eben Google in die Taschen spielt. Ach was solls Du kannst das besser schreiben ;-)

Knut December 1, 2012 at 12:00

Dieser Artikel ist der Hammer! Ich bin heute (Samstag) morgen um 8:00 Uhr aus dem Bett gefallen und wollte eigentlich für die Familie Frühstück machen, doch dann bin ich an diesem Artikel so lange hängen geblieben, dass das nichts mehr wurde. Viele der Punkte sprechen uns seit langem aus der Seele. Man beobachtet vieles unbewusst und das wurde hier super aufbereitet und dargestellt. Da muss ich gleich drüber bloggen ..

Jan December 1, 2012 at 12:18

Oder auch andersrum: Warum kaufen wir die billigsten Lebensmitteln mit den seltsamsten Inhaltsstoffen und keiner wehrt sich dagegen?

Philipp Klöckner December 1, 2012 at 12:26

@Knut: Sorry wegen des Frühstücks. Das solltest Du nachholen.

Özgür December 1, 2012 at 12:59

Klasse Artikel! Ein Punkt noch bgzl. des sichtbaren Bereichs, man sollte sich mal die gleichen Anfragen auf einem iPad oder iPhone anschauen. Gerade mit stark wachsender mobile Nutzung ein nicht unbeachtlicher Teil, der schon komplett auf Werbung geschaltet ist und die organischen Ergebnisse nur noch durch scrollen erreichbar sind.

Oliver December 1, 2012 at 13:20

Scharfsinniges Denkabenteuer !

Andi December 1, 2012 at 18:09

Wow, sehr guter Artikel!

Sven December 1, 2012 at 19:27

Ist der Artikel Teil der derzeitigen Anti-Google-Kampagne von Microsoft http://t3n.de/news/microsoft-wirbt-neuer-429499/ ?
Einiges klingt auch wie eine gute Verschwörungstheorie.

Sebastian December 1, 2012 at 20:35

Die Investition von G in Whale Shark Media finde ich auch noch einmal erwähnenswert.

http://www.whalesharkmedia.com/
http://venturebeat.com/2011/08/02/google-ventures-invests-whaleshark/

VG,

Sebastian

Alex December 1, 2012 at 22:21

WOW, PIP.
Vielen Vielen Vielen Dank. Du sprichst mir aus der Seele.

Tks.

Teletubbi December 2, 2012 at 02:43

Danke, eine gute Zusammenfassung.
Aber!
Ein wenig erinnert das Ganze aber auch an den “Scheiß Japaner“ Spruch von Max Grundig auf der
Hannover Messe (1982?).

Das Rumgeflenne über Googels (u.a.) Größe, erinnert immer ein wenig an gewisse verstrahlte Fußballfans, die einfach nicht die Unfähigkeit des eigenen Clubmanagements thematisieren wollen,
sondern als “Lösung“ lieber Uli Hoeneß wegen seines Erfolgs von ganzem Herzen hassen.
Kann man machen – bringt aber nix.
Fakt ist doch, daß die ganzen versammelten VC Obercheckerbunnies und “Strategiedirektoren” aller Deutschen Dax-Konzerne (inkl. deren CEOs), 1995 keinen Cent in Google Shares investiert haben! MAN z.B. hat ~500m R&A Budget p.a., davon 1995 mal 5m in Google-Shares investiert = heute Mehrheitsaktionär. (Hätte,hätte, Fahrradkette!)
Prof. Minx (ex-Daimler Stiftung) hat uns mal bei CMS Hasche Sigle einen schönen Vortrag über
“die schönsten verpassten Chancen“ gehalten: Wenn man dann u.a. die Sitzungsprotokolle des AEG-Olympia (ja die Firma gabs mal) Vorstandes vorgelesen bekommt, welcher entscheidet, das selbstentwickelte (!) Tintenstrahldruckerpatent nicht zur Produktreife zu führen, mit der Begründung, daß sich die anwesenden Ingenieure mal nicht so aufregen sollen, denn “auch im Jahre 2010 wird in jedem Deutschen Büro die neueste AEG-Olympia-Schreibmaschine stehen und deshalb braucht niemand einen Tintenstrahldrucker”, ja wenn man ein paar Geschichten aus dieser Richtung kennt, dann weiß man, daß es auch heute Technologien und Strategien gibt, die neue Märkte erschließen, Google (oder anderen) Konkurrenz machen usw. usf.
Nur braucht man dafür einen Arsch in der Hose!
Wenn man sich den Schwachsinn anhört, den z.B. Adidas auf Investor-Relation Konferenzen erzählt – da lachen sich alle kaputt. Jeder Blinde weiß, daß die, so innovationsfeindlich wie die arbeiten, niemals an Nike rankommen werden. (Und Nike ist später losgelaufen!)
Der cya-Ansatz reicht halt immer nur für die 2. Liga!
Werbeagenturen und Verleger haben jahrelang erzählt, dass ihre Kern-Kompetenz darin besteht,
zu wissen “was die Menschen wollen”.
Komisch. Warum ist denn Google, Facebook, Twitter etc. nicht von Leuten (Verleger, Agenturen) entwickelt worden, die Milliarden für Meinungsumfragen ausgeben haben um “den Konsumenten“ und seine Bedürfnisse zu verstehen?
Fakt ist sicherlich, daß die, welche jetzt über Google lamentieren, nicht die sein werden, welche
interessante “Gegenkonzepte“ auf der Pfanne haben!

Philipp Klöckner December 2, 2012 at 10:03

@teletubbi:

Vieles davon ist richtig. Und Innovativität, Mut und Exzellenz sollten mit einer “Innovationsrente” also vorübergehend besonders guten Gewinnaussichten belohnt werden, und werden es in aller Regel auch.

Dass Innovation und Mut aber letztlich die Weltherrschaft begründen dürfen, soweit würde ich nicht gehen.

Natürlich bewundere auch ich, was Google in Rekordzeit aufgebaut und erreicht hat. Ich habe sogar mehr als überdurchschnittlich davon profitiert und kann mich relativ gut diesen immer marktfremderen Mechanismen anpassen… aber die Verbraucher, Webmaster und Werbetreibenden werden eben von Google mit verbundenn Augen zur Schlachtbank geführt.

Und bei allem Google gebührenden Respekt, den ich zweifelsohne aufbringe: Wäre ich Entscheider bei Google würde im Moment 100% meines Augenmerk darauf legen, wie ich den Konzern in ein langfristig profitables, aber vor allem NACHHALTIGES Unternehmen wandle, dass einer Zerschlagung noch im letzten Moment entgehen kann.

Stattdesses wählt Google im Moment kurzfristige Gewinnmaximierung und agiert dabei marktfeindlicher denn je. Die Regulierung bzw. Zerschlagung ist daher nur eine Frage der Zeit. Und ganz ehrlich: mir wäre es lieber wenn Google Grenzen gesetzt werden, solange es noch möglich ist…

Und das sag ich nicht als Gegner, sondern als Anhänger freier Märkte und kapitalistischen Denkens.

Frank December 2, 2012 at 12:33

Hi Philipp,

Chapeau, toll geschrieben … das Beste & Umfassendste was ich bisher zum Thema Googlevil gelesen habe.
Hat mich nach “nur” 11 Monaten Blogabstinenz dazu motiviert einen reinen Lesebefehl-Artikel zu schreiben (mein Trackback scheint nicht zu funktionieren, daher nun auch der Kommentar) & meine Restleser auch auf Deinen Artikel aufmerksam zu machen ;-)

Noch nen hübschen Restsonntag!

Frank

David December 2, 2012 at 12:45

@Ralph: Deutsche Verlage (über VDZ und BDZV) haben schon 2011 so eine Beschwerde in der EU-Monopol-Kommisision eingereicht… und wurden in der deutschen “Netz-Szene” ziemlich ausgelacht dafür.

Über die Beweggründe des BDZV kann man tatsächlich unterschiedlicher Meinung sein, aber vielleicht kippt die Stimmung jetzt doch ein bisschen?

Monopolisten (und daß Google als wichtiger Traffic-Lieferant in einer marktbeherrschenden Stellung ist, wird wohl niemand – ausser Google – ernsthaft bezweifeln) haben nunmal besondere Auflagen beim Umgang mit Ihrer Macht…

http://www.vdz.de/medienpolitik-singlenews/hash/6334b001d362c72f0d41ec208521c309/news/xuid2519-presseverlage-fordern-wirksame-massnahmen-im-google-verfahren/

Andreas December 2, 2012 at 13:20

Sehr toller Artikel, der es genau auf den Punkt trifft. Um das Monopol zu brechen bzw. gegenzusteuern, habe ich diese Gruppe gegründet, wo man noch mehr Kuriositäten findet: https://www.facebook.com/groups/bingme/

Thomas December 2, 2012 at 13:25

Ich bin jetzt seit 1998 in der Suchmaschinenszene, hab Anfangs Internet Seminare gehalten mit altavista und lycos als Suchmaschine und 10 Jahre lang eine Agentur in diesem Bereich aufgebaut. Was Du in diesem Beitrag schreibst ist ziemlich ‘mindblowing’ (wie unsere Freunde über dem großen Teich sagen würden). Allerdings versteht es ein ‘normaler’ User vermutlich nicht. 90% der User wissen z. B. auch nicht was Affiliate Marketing ist und ein großer Prozentsatz weiß nicht, dass man eine URL auch direkt im Browser eingeben kann. Von User-Seite aus wird es also keine “Gegenbewegung” geben (wohin auch?)
Es muss also tatsächlich die Politik ran. Und vielleicht kann ja die Debatte um das Leistungsschutzrecht in diese Richtung geführt werden. In dem Sinne, dass Google verpflichtet wird, auf eigene Angebote sehr auffällig hinzuweisen, so dass jeder User ganz klar sieht, auf was er da klickt. Im Sinne der Trennung von Redaktion und Werbung müsste ein Hinweis erscheinen wie “Dies ist ein Angebot von Google”, in rot und ca. 25% der Fläche einer Anzeige. Dann kann der Nutzer tatsächlich entscheiden, auf welche Website er gerne möchte. Also ganz im Sinne von Google’s eigenen Grundsätzen.
Die Verlage und Medien könnten dazu beitragen, dass die Diskussion in diese Richtung gelenkt wird. Das wäre wesentlich sinnvoller, als ein Leistungsschutzrecht als ‘Lex Google’ zu fordern, wo sie doch jederzeit die Möglichkeit hätten, die Google-Bots auszusperren…

Philipp Klöckner December 2, 2012 at 13:38

Hallo Thomas,

danke für den konstruktiven Lösungsvorschlag. Ich stimme Dir zu, dass Kenntlichmachung von Werbung ein wichtiger Schritt ist, der gegangen werden MUSS.

Problematisch bleibt aber die faktische Zwangsintegration anderer Google Produkte (G+, Places, Trusted Stores,…) ohne die man quasi auch im herkömmlichen Produkt Google nicht mehr auf Augenhöhe mitspielen kann. Hier muss es dringend zu Öffnung und Chancengleichheit kommen.

Auch die Art, wie Google neue Produkte in den Markt einführt muss wettbewerbsgetriebener werden. Google könnte derzeit fast jedes noch so desolate Unternehmen gründen oder kaufen und direkt mit eigenem Traffic und Produkten sanieren.

Auch die Meinung dass der Konsument mangels Transparenz das Problem weder erkennen noch lösen kann teile ich. Daher ist es an der Politik, aber auch an den Werbetreibenden, sich Ihrer Lage bewusst zu machen. Zu viele Parteien denken noch es funktioniert im Moment alles doch super und profitieren teilweise noch von Google und wähnen sich als Gewinner, wenn Konkurrenten verlieren.

Dass hinter all dem aber immer ein bisschen mehr Traffic und Geld zu Google verschoben wird, fällt den wenigsten auf.

Und was ebenfalls die wenigstens sehen, dass es längst ALLE angeht. Wer sich Googles Shopping-Liste oder die Investments von Google Ventures anschaut erkennt schnell, dass Real Estate und Retail bereits auf der Roadmap sind. Industrien, die jahrelang brav ihre Daten bei Google en Detail abgeliefert haben.

Und deswegen betrifft es die gesamte Wirtschaft. Weil man mit den besten, meisten und exklusivsten Daten letztlich jedes Geschäftsmodell “revolutionieren” kann.

karl December 2, 2012 at 17:19

Das Wort “googlen” steht nicht als Synonm für die Internetsuche im Duden. Vielleicht sollte man lesen, was man verlinkt …

Philipp Klöckner December 2, 2012 at 17:34

Die Verlinkung oder Formulierung ist zugegebenermaßen unpräzise. Besser wäre gewesen “gilt als Synonym für die Suche im Internet und steht im Duden”…

Im Übrigen hat Google ein erhebliches Interesse daran gezeigt, dass aus dem Deonym “googeln” KEIN Synonym laut Duden wird und die bisherige Formulierung der 23. Auflage “im Internet, besonders in Google, suchen” in der 24. Auflage in “mit Google im Internet suchen” ändern lassen. Interessant, oder?

Sanníe December 2, 2012 at 18:03

Nein, das ist eigentlich nicht interessant, sondern ganz normal, wenn man sein Markenrecht behalten will.

December 2, 2012 at 18:03

Lieber Glöckner von Nostradamus,

zunächst einmal danke an alle “WOW, Klasse Artikel” Schrieber. Vielen Dank für eure Kommentare! Weiter so. Was wäre nur erst hier los, wenn die Kommentar-Website-Links auf follow wären?

Mein Papa sagt immer Übertreibung macht anschaulich. Und ja, dieser Artikel muss in den Spiegel… :-(

Bitte noch folgendes Video https://www.youtube.com/watch?v=Diq6TAtSECg hinzufügen.
Macht ja schließlich auch unheimlich Spaß, sich mit der dargebotenen Opferrolle zu identifizieren.
Der, der sich als Opfer sieht, ist immer nur der, der sich selber als Opfer sieht.

Es beschwert sich doch auch keiner darüber, was in den McDonalds-Burgern drin ist, solange es gut schmeckt. Und wenn von 10g Fleisch 8g aus purem Glumamat und nur 2g “generisches/organisches” Fleisch ist, ist das nicht evil. Weil es halt gut schmeckt.

Mein Dönermann sagt auch immer: “Lasse’ gutschmeck. mein Freund”. Und der ist auch auch gar keinen Fall evil.

Was ist, wenn Aliens auf die Erde kommen, die unsere Ausdrücke nicht wahrnehmen können oder wollen. Und diese dann unsere Babys und Kinder fressen, weil diese “halt einfach gut schmecken”. Dann ist es ihnen doch egal, ob dort schlechte Gefühle bei den Menschen wahrgenommen werden, weil diese bei den Aliens nicht ankommen.

Aber das ist ist auch vollkommen übertrieben, weil ja das Wort Alien drin vorkommt.

Solange ein Produkt den einzelnen bereichert, wird es auch gekauft und benutzt, da der Mensch immer auf der Suche nach “mehr” ist. Es gibt keine intrinsische Motivation des Menschen, die der Gattung der Menschheit dient. Jeder Appell an “die Menschen” geht ins Leere, da der Mensch in seiner Erscheinung nie analog auftritt. Der Mensch tritt entsprechend den inneren und äußerlichen Gegebenheiten als Figur in der Geschichte eines einzelnen Menschen auf, sondern etwa als Freund, als Vater, als Arbeiter oder in anderen Kontexten auf.

Jede Thematik kann intellektuell soweit von dem Verstand auseinander genommen werden, bis man sie in den einzelnen Strukturen wieder komplett neu aufbaut. Aber Veränderung entsteht erst, wenn der Glaube an ein Konzept, das in die Summe der des einzeln befriedigten Menschens höher ist, als das jetzige.

Jetzt wäre es an der Zeit, den Bogen wieder zum Hauptthema zu schlagen, habe aber keine Lust mehr zu schreiben.

Philipp Klöckner December 2, 2012 at 18:44

@nö:
Danke für den großartigen Kalauer. Seien Sie sich sicher, dass Sie der Erste waren, der auf die Idee kam. ;)

Ich kann Ihren Ausführungen leider nicht vollends folgen und ich möchte die Diskussion ungern vom eigentlichen Thema entrücken. Daher nur kurz:

Ich fühl mich, wie schon an anderer Stelle geschrieben, hier überhaupt nicht in der Opferrolle. Im Gegenteil. Ich sehe mich als unverhältnismäßig starken Profiteur der “Google-Dekade”. Die Möglichkeiten, die das Internet bietet ermöglichten mir bisher eine ungeahnte, auch finanzielle, Freiheit. Und ich bin der Überzeugung, dass ich mich im Zweifel besser an jegliche von Google neu gesetzen externen Effekte anpassen kann und werde, als die meisten anderen Wirtschaftsindividuen. Ich könnte opportunistisch und “fine” mit dem System sein und überdurchschnittlich profitieren, und mir mir Dollarnoten Augen, Ohren und vor allem Mund versiegeln lassen.

Ich glaube aber, dass ein Großteil der Geschäftspartner von Google (und das ist heutztage mehr oder weniger jeder) nicht ausreichend über die vermeintlichen Intentionen von Google aufgeklärt ist. Insbesondere die von Ihnen propagierte “Suche funktioniert doch super” oder an anderer Stelle “wir verdienen doch alle gut mit Google”-Mentalität halte ich für naiv und kurzsichtig.

Das muss man nicht verstehen oder teilen. Man darf gern dagegen sein und versuchen zu erklären wo volkswirtschaftlich der Mehrwehrt der jetzigen Situation läge. Wenn Sie einerseits Anhänger der “so what?”-Einstellung waren, gehören Sie durchaus zur Zielgruppe dieses Artikels, wenn Sie es nach dem Lesen auch noch sind, kann ich aber gut aufgeben. Ich bin ja kein Verschwörungstheoretiker und muss sie nicht um jeden Preis überzeugen…

Ich freu mich gerade auch über kritisches Feedback. Für deutsche Verhältnisse waren die Kommentare bisher auch überraschend einseitig positiv.

Lars Vegas December 2, 2012 at 18:47

Und 120 Sekunden nach der Lektüre stösst man auf sowas (auf das 2. Türchen klicken):
http://www.vfb.de/advent/

Michael Schöttler December 2, 2012 at 19:40

Selten einen so treffenden ( und langen ) Artikel gelesen. Nicht umsonst findet man ihn derzeit aber auch in jedem SEO Forum. Nun ich denke wir werden alle in den nächsten Jahren uns noch gehörig wundern was mit und um Google so passiert. Lange wird dieses ich kann mir alles erlauben nicht mehr funktionieren…

Roman December 2, 2012 at 21:10

Super Artikel!!!

Aber gibt es eine einfache Lösung: einfach Adblock Plus installieren (www.adblockplus.org) und schwups gibt es keine Werbeanzeigen mehr, weder auf Google noch sonstwo. Das hat das Pferd, um es mit Deinen Worten zu formulieren, nix mehr zu Saufen ;-)

Philipp Klöckner December 2, 2012 at 21:12

Ich habe generell nichts gegen Werbung, ich würde mich dieser Information nicht berauben wollen. Ich finde nur sie müsste auch für Otto Normal als solche zu erkennen sein. Und im Moment kann es die Hälfer der Google-Nutze nicht mehr.

Oydenos December 3, 2012 at 00:31

Tolle und informative Arbeit!
Das meiste davon war mir entgangen, da ich schon seit Jahren Ixquick.com und Startpage.com mit Adblockplus bei abgewähltem ‘allow non-intrusive advertising’ nutze. GooGlee erfährt nichts von meiner IP-Adresse und ich bleibe wirklich von jeglicher GooGlee-Machenschuft verschont.
Nachdem ich jetzt einen kurzen Testlauf mit dem Original auf dem sonst nie von mir verwendeten chromebrowser gemacht habe, weiß ich meine Wahl um so mehr wertzuschätzen. Die Suchmaschine als solche ist nämlich wirklich recht gut, wenngleich Metager2 häufig für mich die besseren Ergebnisse liefert; oftmals liefern andere gar nichts.

Frank Schulz December 3, 2012 at 11:19

Sehr gute Zusammenfassung, kompetent und kurz auf den Punkt gebracht. 12 Seiten sind knapp bemessen und eigentlich zu wenig. Ich bin mir sicher da kommt noch mehr;) Die Komplexität der Google Plattformen ist selbst von Google Mitarbeitern nicht zu überblicken, dies ist gewollte Geschäftspolitik im Hause Google. Trotzdem haben Sie mit Ihrem Beitrag viele wichtige und notwendigen Anmerkungen, zum Thema Google und deren Geschäftsmodell aufgeführt. Google Search ist schon lange nicht mehr unabhängig und objektiv. Was der Google Algorithmus ausspuckt ist ein Surrogat aus übriggebliebenen SEO Seiten, die glücklich durch die Filter gerutscht sind und einem Sammelsurium an unterschiedlichsten Content Qualitäten diverser “Marken”. Die Suchergebnisse sind zum großen Teil nicht besser geworden. Ganz im Gegenteil, heute bekommt der User “bedarfsgerechte” Antworten auf seine Anfragen mittels vorgefilterter Ergebnisse vor die Nase. Der nomale “User” ist damit hoffnungslos überfordert und damit der Willkür der Werbetreibenden ausgesetzt. Es besteht aufgrund der engen Vernetzung von Google Suchmaschine und Werbewirtschaft teilweise nicht mehr die Möglichkeit an ein normales Suchergebnis zu gelangen. Google is halt mittlerweile ziemlich “evil” ;)

Harald December 3, 2012 at 12:40

Bravo, Philipp! Ich gebe Dir Recht, es hätten auch leicht 50 Seiten werden können.

Zum Thema Google vs. Arbitrage: Für guenstiger.de ist das kein großes Thema, aber was ich so höre, ist: Mehr Buchungsdruck, aber vor allem erschwerte Einkaufsbedingungen (inkl. dem Thema Quality-Score) haben dazu geführt, dass es deutlich teurer geworden ist, mit Anzeigen auf der ersten Ergebnisseite zu stehen. Im Jahresvergleich schätze ich das in den USA auf +50% in Europa auf derzeit +30%. Noch. Es funktioniert ja auch noch, nur der “Wegezoll” von Google auf dieser Strecke wird kontinuierlich höher.

Danke für den Artikel, da verzeihe ich Dir doch glatt dass mit der “Bedeutungslosigkeit” von guenstiger.de ;-)

Michael Thomas December 3, 2012 at 12:46

Vielen Dank für die umfangreiche Recherche!

Letztlich ist die Größe von Google (wie auch anderer Unternehmen) das Ergebnis dessen, was die Verbraucher angerichtet haben. Es war schon immer schlecht im Gleichschritt über eine Brücke zu gehen…

In ähnlicher Form verläuft es bei allen Unternehmen – und von unternehmerischer Seite ist es nachvollziehbar. Wir hatten es so bei AOL, bei T-Online, bei Microsoft und nun bei Apple sowie Facebook.

Der Verbraucher hat noch die Chance “dagegen zu halten”, z.B. indem er andere Suchmaschinen (z.B. Metasuchmaschinen) oder für die andere Angebote Alternativen – solange es sie noch gibt – nutzt. Manches Mal ist es auch sinnvoll, offline beim Händler um die Ecke die Preise zu erfragen. Und für wenige Cents mehr, hat man die Konkurrenz belebt…

Sebastian December 3, 2012 at 14:21

Verdammt guter und interessanter Artikel.
Sehr umfassende Betrachtung. Die vielen Referenzen fand ich ebenfalls nützlich. Gleich mal geteilt, weil gut.

Uwe Selbst December 3, 2012 at 15:18

Danke für die Arbeit die Du in diesen Artikel gesteckt hast. Manches ist jetzt klarer, aber leider fehlt es an ernsthaften Alternativen und als SEO-Mensch kommt man an goggle nicht vorbei, leider.

Holger December 3, 2012 at 17:52

als SEO kommt man nicht an Google vorbei. Wohl aber als Internet Marketer. Es gibt viele IM’s über dem Teich, welche nur allein mit Facebook /oder Twitter ihre Brötchen verdienen. Nicht zu vergessen sei auch Newslettermarketing, Direktwerbung uvm…

Wer seinen Traffic nur auf Google aufbaut der darf sich dann nicht beklagen wenns dann mal in die falsche Richtung läuft. G macht nun mal was es will und kann es auch

Dank Social Media und vielen weiteren Möglichkeiten kann man sich andere Traffic-Kanäle aufbauen.

Sehr guter Artikel

Stefan Herwig December 3, 2012 at 20:35

Super Artikel, werde ich gleich retweeten. Vieleen Dank für die Mühe, und es ist erschreckend, was da so passiert.

eine Sache bei den Google-Expansionsstrategien fehlt aber: Eliminierung von Streuverlust durch Aggregation von immer mehr Nutzerinformationen. Wenn man die Daten aller Nutzer gleich auf mehreren Ebenen ansaugen kann (Android, Googlemail, googledocs. google Suche und nicht zuletzt street view), dann erhält man einen Reichtum an Informaitonen über den Kunden, der ALLES andere aussticht. Man kann viel feinere Bedürfnisse und Nutzungsmuster erkennen, kann hohe Streuverluste bei Werbung vermeiden, und dementsprechend deutlich mehr Gewinn einstriechen. Spätestens seit dem 01.03. wird das praktiziert, denn da hat Google seine Nutzungsvereinbahrungen entsprechend modifiziert., und kann nun die aus allen Diensten verwobenen Daten miteinander verknüpfen. Besonders erfide ist das bei Google Street view, denn da wurden und werden wir explizit angelogen, was die Funktion des Dienstes betrifft: http://ossiander.de/wp-content/uploads/2010/08/streetview-Werbung.jpg

Dass aber in wirklichkeit die lieben Google Street View Cars unsere W-Lans abzapfen, um die MAC-Addresse des Routers mit der bei einer Suchanfrage auftauchenden Suchanfrage zu verknüpfen, das haben die wohl irgendwie vergessen. Diese AZ-Kampagne ist ein gutes Beispiel dafür, wie Google ganze Gesellschaften verarscht und mit Scheinargumentationen in die Irre führt.

Und die Politik? zzzzz

SH

Viktor Schmoller December 3, 2012 at 21:40

Ein wirklich lesenswerter Hintergrund! Vielen Dank für die Informationen. Einige Fachbegriffe muss ich noch goo-, äh, bingen;-) Es ist für mich als schlichter Suchmaschinennutzer erschreckend zu lesen, wie engmaschig das Google-Netz tatsächlich ist. Vor dem Hintergrund Ihrer Ausführungen erscheint mit die Kritik am Leistungsschutzrecht wahrlich zu einseitig auf die Verlage zielend. Ich bezweifle, dass es wünschenswert ist, dass ein Unternehmen wie Google eine derartige Marktmacht inne hat; Wenn man die als Nutzer durch die Wahl einer anderen Suchmaschine torpedieren kann, dann nur zu! Als bewusster bing-Nutzer frage ich mich allerdings, ob es in dieser Hinsicht tatsächlich ‘gute’ bzw. ‘bessere’ Unternehmen geben kann. Letztlich geht es doch bei jeder wirtschaftlichen Unternehmung um das Ziel der Gewinnmaximierung. Sie, Herr Klöckner, führen vor, wie perfekt – perfide wäre wohl passender – Google das praktiziert.

Jörg Heidjann December 3, 2012 at 22:01

super Artikel, das beste was ich zu diesem Thema bisher gelesen habe. Als Gründer des Preisvergleichs Getprice habe ich viele Dinge am eigenen Leib erfahren….

bjoernschaller December 3, 2012 at 22:42

Auf dieses Thema hatte ich bereits hier mal eine Anspielung gemacht.

Marcus hatte dann auf seinem Joblog auch in diese Richtung geschrieben.

Thomas Knip December 4, 2012 at 00:47

Ich liebe es, Teufels Advokat zu spielen, denn mir ist schon lange kein so belangloser Artikel mehr untergekommen. Sicher, für den Fleiß, es zusammenzustellen, gibt's ein paar Punkte. Aber das war's schon.

Alleine der Schluss, dem Leser ein paar rhetorische Fragen zu stellen und dann mit einem Konjunktiv zu antworten, zeigt, dass der Autor selbst eigentlich die ganze Zeit nur Mutmaßungen anstellt und sich etwas zusammenbastelt.

Abhaken. da ziehe ich mir lieber aufgewärmten Kaffee rein. Und, nein, ich arbeite nicht für Google. Ich habe jahrelang für die Konkurrenz gearbeitet, um die Relevanz dieses Artikels abschätzen zu können.

Fab Ian December 5, 2012 at 21:13

Schön auch zu sehen, dass der Autor mit 3% an ladenzeile.de beteiligt ist (kurze Internetrecherche). Das stellt die Behauptungen hier nochmal in ein ganz schlechtes Licht.

Thorsten Barth June 27, 2013 at 07:52

Mag ja sein, dass du das alles schon genau kennst. Mag auch sein, dass der Artikel reißerisch formuliert ist, und dass die Flut an low quality Preissuchmaschinen und Affiliates usw. wirklich kein Nutzer will und braucht. Dennoch – viele Nutzer sind sich dessen wirklich noch gar nicht bewusst, dass sich das Suchergebnis, das sie bei Google sehen, vollständig nach den kommerziellen Gesichtspunkten eines einzelnen Monopolisten orientiert, der ein starkes Eigeninteresse daran hat, die Nutzer auf seine eigenen Angebote weiter zu leiten und damit den freien Wettbewerb zu blockieren.

Lisa Smartphonewars December 4, 2012 at 06:35

Ich benutze jetzt nur noch http://www.duckduckgo.com
Suchmaschine ohne Tracking und mit Super Ergebnissen und Extras. Probiert es doch mal aus.

Marc Gutt December 4, 2012 at 13:51

Google ist noch lange nicht fertig. Am Ende wird Google Now alle Antworten liefern ohne das man überhaupt eine dritte Seite aufrufen muss. Zumindest ist das das Ziel von Google. Wobei sie das aber schon immer so publiziert haben. Es ist ein Irrglaube, wenn man denkt, dass Google für immer (kostenlos) nur Besucher weiterleitet. Sie wollen selbst den Content liefern.

Frank December 4, 2012 at 23:06

Klar wolle sie den Content liefern, aber für den Content am Besten auch nix zahlen und schon gar nicht in ihn investieren! Das macht die Fronten ja so erschreckend klar und die grauenvolle Weltvision die dahinter steht.

Christian S. December 5, 2012 at 08:02

Hab eine lange Zugfahrt hinter mir und hab demnach den wohl Umfangsreichten Artikel gelesen, den ich so wohl noch nie gelesen habe. Ich bedanke mich für diese sehr gelungenen Informationen und ich binmir sicher das dieser Beitrag Wellen schlägt ….ich selbst hab eine Mail, von einem Geschäftspartner, bekommen. Mit dem Inhalt: “Dringend Zeit nehmen und komplett lesen …. wichtig!!!!”

Claus December 5, 2012 at 10:56

Hallo,
google hat einen weiteren Dienst gestartet:
https://www.google.com/cars/

Philipp Klöckner December 5, 2012 at 11:06

Auf Cars haben glaube ich viele gewartet. Ebenso wie Jobs und Immobilien. Wer trotzdem noch nicht glaubt, dass es am Ende so ziemlich JEDE Branche betrifft sollte sich mal die Google Akquisitionen und die Investitionen von Google Ventures anschauen. Auffällig viel Real Estate und Retail in letzter Zeit:

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_mergers_and_acquisitions_by_Google

http://www.crunchbase.com/financial-organization/google-ventures

rainer maurer December 5, 2012 at 12:08

du schreibst mir vom herzen. nach dieser öffentlichen kritik wird aber auch dein traffic nach unten gehen. vielen dank für diesen wahnsinns bericht. alles gute.

Conversionvergleich December 5, 2012 at 14:41

interessanter Artikel. Wirklich sehr interessant, danke dafür. Ich denke selber, dass Google sehr viel bewegt hat und für das Internet getan, aber jetzt werden sie einfach sehr groß und da kommen andere Dinge in den Fokus. Daher will ich eigentlich nur sagen: “Google please: Don’t be evil!”

Peter December 5, 2012 at 16:04

Einiges war mehr oder weniger bekannt, aber so geballt wird der Eindruck noch verstärkt, daß Google die eigene Stellung missbraucht um neue Standbeine zu finden.

Die Aufforderungen, Google-Produkte nicht mehr zu nutzen, würde den meisten Google-Traffic-Abhängigen ins eigene Fleisch schneiden, somit ist diese Möglichkeit ziemlich bescheiden.
Wieder einmal kann man als “kleiner Fisch” nur bedingt etwas unternehmen, und wer es tut, muss womöglich einen hohen Preis bezahlen – und ich spreche hier nicht vom einfachen Gmail-User, sondern z.B. von kleinen Onlineshops, die vom Google-Traffic leben.

Meine Tips dazu: Stamm-Leser/-Kundschaft aufbauen, einzigartig sein um Gesprächsthema zu bleiben und hoffen dass das Google-Monopol irgendwie politisch geregelt wird.

Matthias December 5, 2012 at 16:31

Danke Philipp, ist wohl der umfassenste Artikel zu dem Thema im Netz. Lohnt vom Anfang bis zum Ende. Grüße

Linkmafia December 5, 2012 at 17:21

Schade nur, dass das Thema immer wieder an Fahrt verliert und eigentlich keine Öffentlichkeit besitzt. Googles Nebelwerfer funktionieren einfach zu gut….

Man sollte an Zerschlagung denken und die “Infrastruktur” vom “Werbebetrieb” trennen bzw. für Dritte öffnen. Bei anderen Monopolisten wie der Deutschen Bahn hat es doch auch funktioniert: Hier wurde das Schienennetz (die Suchmaschine) von der Bahn (z.B. AdWords) getrennt. Wieso sollte sowas nicht auch mit Google möglich sein? :)

Oder Microsoft bzw. dem Betriebsystem / der Plattform erlauben, Suchergebnisse zu ergänzen? :D Oder oder oder.

Es gäbe so viele, schöne Möglichkeiten. Leider sind die Politiker zu fantasielos, die Verlage zu träge und wir Onliner zu ängstlich, um Google mit der gleichen Entschlossenheit gegenüber zu treten …

Aber die Hoffnung stirbt zuletzt! Wenn wir Glück haben, werden bei der Verteilung des neuen, mobilen Internets (nein, ich meine nicht WAP!) die Karten neu gemischt.

Fab Ian December 5, 2012 at 21:11

Interessant zu sehen, dass Sie als Autor selbst einen 3% Anteil am Unternehmen ladenzeile.de haben und damit auch von etwaigen schlechteren Rankings betroffen sind. Anstatt also sich aufzuregen, dass man nach einem Update schlechter gerankt ist, sollte man seinen Content doch einmal überlegen.
Zusätzlich sind ihre Google Trend Screenshots ziemlich schlecht gewählt. Wer sucht bitte nach "Google Flights"? Ich sehe hier viele Behauptungen ohne echte Belege. Google Trends vergleicht letztlich nur exakte Suchanfragen miteinander.

Ro Waedt December 10, 2012 at 11:48

Ladenzeile spielt doch hier garkeine Rolle. Es geht auch um tausende von Händlern die immer mehr in den Google Angebots-Sog gezogen werden. Wer sich früher über Microsoft und den IE aufgeregt hat sollte sich auch Google mal genauer ansehen.

Auceza December 5, 2012 at 22:55

Gelungener, sehr kompetenter und interessanter Artikel.
Mir war zwar bewusst, dass die übermächtige Monopolstellung von google problematisch werden könnte, jedoch war mir nicht im Detail klar, wie google diese Macht ausnützen und die Freiheit des webs gefährden könnte.

Es bleiben für mich immer noch Fragen offen – beispielsweise:
Was kann effektiv getan werden, um sich vor zu der Manipulation durch google zu schützen???
Welche sinnvollen Gegenstrategien und Optionen gibt es, um mehr Autonomie von google zu gewinnen???

Neugierige Grüße, Deine Auc

Rainer December 5, 2012 at 23:57

Naja; Shoppingwebseiten und Vergleichsportale haben nun mal auf der Suchseite nach einem Produkt nichts verloren; es sei den man sucht explizit danach. Die Guidelines für Adwords gehören da auch dazeu da klar ersichtlich sein soll, dass es wieder eine nutzlose Suchmaschine ist die dann doch keine guten Ergebnisse liefert.
Mir persönlich mindestens 50 mal passiert! Daher Ja auch ich blocke diese Seiten

Zusammengefasst: Ja ich kann bei einigen Sachen sagen: JA ist richtig, finde ich aber GUT.

Was ich nicht gut finde ist der geschlossene play Store, aber da ist die Konkurenz keinen Deut besser

Lelala December 6, 2012 at 09:38

Wow, witzig ist:
die meisten, die hier posten (ca. 90%), sind genau die, die ÜBERHAUPT ERSTMAL DURCH GOOGLE all ihre kleinen Shops (und sontige Craph-Projekte) vorangebracht haben und ohne Google vermutlich irgendwo auf nem Pförtnerposten sitzen würden und nichts mit “SEO-Haijapopeia” in einer Welt machen würden. in der leistungslose Arbitrage-Geschäfte ÜBERHAUPT ERSTMALIG zu Null-Transaktionskosten möglich sind.
Das meine ich ernst:
Wäre der SuMa-Markt hochfriktional, müssten all die “SEO Gurus & Experten” und “Link-Building-Profis” nicht nur für eine SuMa sondern für bspw. 5 – 10 Anbieter optimieren, mit dem Resultat deutlich mehr Zeit investieren zu müssen (und somit deutlich weniger Umsatz&Gewinn).
Gleichzeitig: KEIN anderer Anbeiter hat sowas wie AdWords & AdSense, nicht mal im Ansatz Vergleichbares gibt es. Heitß also: 90% der Leute, die sich hier aufregen, wie schlimm Google ist, wären morgen sofort Pleite (bzw. “vom Markt verschwunden”) wenn Googles Marktanteil auf den (möglicherweise fairen) Wert von 20% schrumpft.
Lieber mal darüber nachdenken, als die Hand beißen, die mich fürttert…

Philipp Klöckner December 6, 2012 at 12:15

@linkmafia: Das “Mobile Game” hat Google doch längst und schneller als jedes andere gewonnen. Android ist das absolut marktbeherrschende Betriebsystem und wächst weiter. Die westeuropäische Wahrnehmung, dass jeder ein iPhone hat täuscht. http://www.businessinsider.com/future-of-digital-slides-2012-11

@Lelala: Großartiges Plädoyer für “Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”…

Dass das Image der Suchmaschinenoptimierungsbranche so mies ist, hat sie sicherlich teilweise selbst zu verschulden, resultiert aber auch aus der Intransparenz für Aussenstehende, die dann alles was sie nicht verstehen verteufeln.

Tatsächlich würde ein seriöser, nachhaltig agierender Berater ohne viel Extraaufwand auch für mehrere Suchmaschinen gleichzeitig optimeren können, weil das Set an Signalen, die ausgewertet werden beschränkt ist.

Leistungslose Arbitrage gibt es quasi per Definition nicht. Die Leistung der Arbitrage besteht ja in jedem Fall bereits darin Marktineffizienzen zu überwinden. Googles Arbitrage-Partner helfen Google zum Beispiel in ihrer Agenturposition die Werbebudgets der Advertiser aus dem Shorthead in den “unterbuchten” Longtail umzuverteilen und somit den teilweise hervorragend konvertierenden Longtailtraffic zu versilbern. Es werden überteuerte Shorthead Budgets in den Longtail verschoben, wo der ROI besser ist. Damit wird das System schon mal effizienter.

Ob das für den User letztlich eine Leistung darstellt hängt vor allem daran, ob in diesem Prozess noch eine Transparenz schaffende Leistung wie “Preisvergleich”, “Couponing”, “Marktübersicht” oder ähnliches erbracht wird. Während man das im Fall der IAC Corp leider eher verneinen muss, liefern Preisvergleiche oft durchaus Nutzen. In jedem Fall nicht weniger nutzen als “Google Shopping”.

@Fab Ian
Deine “kurze Internetrecherche” hättest Du Dir sparen können, weil ich im Artikel bereits erwähnt habe, dass ich bei Ladenzeile beteiligt und nur beschränkt objektiv bin. ;)

Ob das jedoch was an der Validität der Argumente ändert würde ich bezweifeln. “Wer sucht schon nach “Google Flights””? – Mehr wollte ich doch nicht sagen. Wonach würden die Fans der Google Produkte, die es mMn nicht gibt denn sonst suchen? Fakt ist aber dass Kayak eine sehr hohe Kundenbasis aufgebaut hat, die das Produkt aktiv nachfragt. Während die Nutzer von G’Shopping, Flights, Hotelfinder in der Regel einfach von Google in die Produkte hineingeschaufelt werden. Das finde ich machtmissbräuchlich und innovationshemmend, weil es neue Konkurrenten abschreckt und alte ihres bestehenden Traffics beraubt.

Es zeugt von Auseinandersetzung mit dem Thema und ist vollkommen legitim meine Argumentation kritisch zu hinterfragen. Aber es auf der anderen Seite blind, stattdessen Googles Hirnwäscherei unkritisch zu folgen…

Georg December 6, 2012 at 18:18

Ein wirklich sehr gut geschriebener und interessanter Artikel. Danke Philipp! Den sollte man in der FAZ o.ä. abdrucken, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.
Als Monopolist kann sich Google eben alles erlauben und wird so sämtliche Konkurrenten ausradieren, wenn nicht ein Regulator diesem Treiben Einhalt gebietet.

Stefan S. December 7, 2012 at 14:07

Wenn man die einseitige Berichterstattung zum Thema so liest lass ich mir lieber von google informieren als von denen.

Eigene Interessen scheinen da vor jeder Objektivität zu stehen.

Punkt.

Philipp Klöckner December 7, 2012 at 14:27

@Stefan

Das ist eben das Lustige. Dass die Mehrheit der Menschen annimmt, dass bei Google keine eigenen Interessen im Mittelpunkt stehen und daher Rattenfängerei wie http://www.google.de/campaigns/deinnetz/ funktioniert.

Ein Interesse in dieser Diskussion zu haben zeugt immerhin von Auseinandersetzung mit dem Thema. Und die Interessen und Begehren ALLER Parteien sind natürlich höchstdisputabel. Traurig ist aber wie viele Menschen interessen- und ahnungslos auf Google VERTRAUEN, nur weil sie es nicht besser wissen…

Jonas Geldschläger December 7, 2012 at 22:58

Der Artikel ist großartig, auch wenn ich bis dato erst rund zwei Drittel geschafft habe. Bevor ich nun allerdings ins Bett falle, drucke ich ihn aus und stürze mich morgen erneut ins Vergnügen.

Vielen Dank für den großartigen, ja, atemberaubenden und schön recherchierten Artikel!

Bestes
ich

Ro Waedt December 10, 2012 at 11:43

Sehr guter Artikel und sehr ausführlich. In der Tat wird Google dadurch immer unsymphatischer.
Eigentlich wäre jetzt die Zeit reif eine neue Suchmaschine aufzubauen – die komplett ohne diese Werbung auskommt. So hat Google damals ja auch den Markt erobert.

Thorsten Barth June 27, 2013 at 07:56

Nur hat Google auch damals schon die Idee gehabt, dass man mit einer Suche irgendwann Geld verdienen können wird.

Bei Microsoft wurde damals hart eingegriffen wegen des Browser-Bundlings. Heute ist auf jedem Gerät ein Browser vorinstalliert, keiner sagt was. Auf jedem Android Handy und jedem Apple Telefon ist die Google Suche voreingestellt. Wo bleiben die Kartellbehörden?

Fritz December 11, 2012 at 11:37

Ich hatte vor ein paar Wochen bei der SEOkomm einem der Google Mitarbeiter (Search Quality) öffentlich bei einem Panel die Frage gestellt “Warum verschwindet hier immer mehr hinter bezahlten Anzeigen? Bald gar keinen organischen Traffic mehr?”

Nur ungläubiges Zucken und gespieltes Missvertständnis und das Statement einer anderen Branchengröße auf der Bühne “Ja aber Google will ja Geld verdienen…”

Ich bin mir zwar wie der letzte Depp vorgekommen danach aber vielleicht braucht es einfach mehr Deppen um hier einfach nochmals zu hinterfragen…

Marta Nierada December 11, 2012 at 17:14

Toller Artikel, interessant und umfangreich geschrieben! Ich habe seit Neuestem diese nervige Ask-Toolbar in meinem Browser (Chrome). Ist wohl automatisch beim Installieren bzw. beim Update mit auf meinen Rechner gepackt worden. Interessant zu lesen, dass Ask zu Google’s Partnern gehört…

Ulrich von Hutten December 12, 2012 at 13:05

Danke für den großartigen Artikel! Jetzt ist mir Einiges klarer hinsichtlich der seltsamen Auswirkungen der Updates…

Rajko Aust December 12, 2012 at 15:03

history repeating. Die selben Vorwürfe konnte man gegen Microsoft bzgl. seiner Politik vor 15 Jahren oder so auch hören. Was wäre denn gewonnen, wenn man Google zerschlagen würde, vom Standpunkt des "Verbrauchers" aus?

Carina D. December 12, 2012 at 14:28

Sehr guter Artikel! Das Thema ist eben sehr umfangreich. Viele Grüße

Alex December 16, 2012 at 10:42

Das Google Monopoli Spiel ist noch nicht vorbei. Jedoch geht es der Ladenzeile wohl wieder etwas besser…
Grüße

Henry G. December 17, 2012 at 07:36

Weißt du, bzw. wenn darfst du überhaupt was sagen ob und was an LadenZeile geändert wurde dass sie nun wieder da steht wo sie vor der Abstrafung war ?

-Henry

Philipp Klöckner December 17, 2012 at 11:23

Ich würde behaupten, dass es zum jetzigen Zeitpunkt eher so aussieht als läge die Ursache nicht in etwas was bei oder von Ladenzeile getan wurde. Wir arbeiten zwar konsequent an der Verbesserung des Produkts aber evtl. größere Maßnahmen waren noch nicht in Kraft, sodass man davon ausgehen muss dass sich evtl. Google eines besseren besonnen hat.

In der letzen Woche gab es insgesamt sehr große Verschiebungen in den Rankings.

Henry G. December 17, 2012 at 17:38

“evtl. Google eines besseren besonnen hat”…

…oder den Artikel hier gelesen hat ;) Gut, also nichts von eurer Seite aus :)

Astrid December 20, 2012 at 11:21

Es sei Dir verziehen, dass Du mich mit diesem Werk vom Strandspaziergang abgehalten hast :) Danke dafür und Glückwunsch zur Schaffung einer echten Referenz!

Björn January 15, 2013 at 08:38

Adblock Plus für Firefox installieren ;-)
Ich stelle die Frage wer ist das geringere Übel?
Microsoft, Apple oder Google?
Der größte Fehler war wohl der Gang an die Börse.
Warum?
Weil Unternehmen zu Wachstum ohne Rücksicht gezwungen sind.

Friederike Famira January 26, 2013 at 21:49

Großes Lob! Ein wirklich Augen öffnender Artikel, der die vielen kleinen, strategischen und scheinbar unstrategischen Schritte von Google in ein ganz neues Licht rückt.

nk January 28, 2013 at 12:55

Ich sag nur: Und alle machen mit. Ohne Partner würde Googles Werbeverkauf nicht funktionieren. Wer sich was vom großen Kuchen abschneidet, soll sich nicht beschweren, dass der Bäcker mit viel Zucker und Sahne gebacken hat.

Kilian January 28, 2013 at 19:50

Wirklich sehr interessant: viele der beschriebenen Verwerfungen sind ja hinlänglich bekannt, jedoch hat es bisher keiner geschafft, diese kompakt und verständlich zu formulieren!
Daher wirklich lesenswerter Beitrag!

robert February 1, 2013 at 13:32

Sehr interessanter Artikel, danke dafür.

Allerdings vermisse ich aus Verbrauchersicht die Such”ergebnisse”, die auf “Vergleichsportale” verweisen, wo keine Artikel tatsächlich vergleichen werden, sondern nur auf das Portal gelockt werden soll oder nur Platzhalter eingestellt sind, gar nicht. Im Gegenteil, diese Ergebnisse lassen mich jegliche Vergleichsseiten in Suchergebnissen automatisch überspringen und damit ist das “Portal” aus meiner Sicht mit Schuld an der aktuellen Situation.

Heinrich G. February 17, 2013 at 02:17

Lieber Herr Philipp Klöckner,

eine gute Zusammenfassung, nur warum nutzen Sie auf Ihre Seiten Adsense und Google Analytics?
Tun Sie es damit Google die IP-Nummer und auch wirklich sehen kann wer die Zusammenfassung liest und Kommentare dazu schreibt?

Im übrigen, auch in den USA ist man schon gegen google:

“The major issue with Google is not their business, it’s their bad relationship and arrogance with the ones providing their basis: webmasters and worldwide IM’ers.

If all of us webmasters worldwide launches a campaign against google and all of us direct our websites visitors towards using different search engines such as Bing, with the power of banners, story lines, accusations, blocking Google bot with Robots.txt and don’t use Adsense etc. Google will experience a devastating effect that has a huge chance of going viral trough the whole world.

These NY Times articles are very helpful because they lend credibility to the situation. It’s not just conspiracy theories from webmasters.”

Google Casts a Big Shadow on Smaller Web Sites:
http://www.nytimes.com/2012/11/04/technology/google-casts-a-big-shadow-on-smaller-web-sites.html

Hannes February 17, 2013 at 11:06

Wann und wo soll Page denn gesagt haben, dass der Umsatz bis 2016 auf über 100 Milliarden UD-Dollar steigen wird? Kann da keine Quelle für finden.

Anonymous February 19, 2013 at 07:47

Hach ja, immer wieder toll wenn eine Firma etwas richtig gut macht und natürlich nicht auf der Stelle stehen bleiben will und dann bestraft (EU) werden soll weil alle Mitbewerber es es einfach vergeigt oder verpennt haben. Das Google jetzt ein quasi Monopol hat, ist ja nicht Googles Schuld. Ich empfehle mal die Lektüre von Steven Levys’ “In the Plex”.

Al Bundy February 19, 2013 at 12:25

Mehr als Subjektiv.
Meiner Meinung nach die ethisch/moralische schwammige Sicht eines Marketing-Menschens.
Keine echte Fakten die einer konkreten Beurteilung der Sache nahekommen.
Und ich bin kein Google-Fan…auch wenn´se gut sind…noch ;-)

Hase February 21, 2013 at 13:52
Nicole Hertzog February 21, 2013 at 22:49

Leute, vieleicht habt ihr es nicht verstanden aber:

A. Google ist das Internet!
B. Das Internet wird durch Google allein geregelt!
C. Wer Google’s Regeln nicht befolgt, fliegt halt raus.

Wer hat Google so groß gemacht? – WIR ALLE!

Wer sollte Google zur Fall bringen – WIR ALLE!

Solang Menschen nur darüber schreiben und reden und Google nicht boykotieren, wird nichts passieren.

Beginnt euch zu organizieren um Kurzfilme oder Videoprojekte darüber zu veröffentlichen. Tut was damit das Internet für jedermann zugänglich wird und das ganze ohne google’s Zensur.

Eine Marktwirtschaft verträgt kein Google das Innovation und Wettbewerb erstickt.

Joachim Kersbergen February 24, 2013 at 03:00

Einige Besucher sollten unsere kurze Geschichte lesen.

Unser Internetshop war fünf Jahre gut besucht, wir haben viel Mühe und Arbeit gehabt damit unser Internetshop läuft aber wir alle waren glücklich eine anständige Arbeit zu haben.
Die meisten Kunden, wie auch nicht anderes zu erwarten war sind durch Google.de zu uns gekommen. Wir hatten täglich zwischen 1,000 und 1,500 Besucher und in der firma waren 23 Mitarbeiter beschäftigt.

Mitte 2012 war unser Internetshop aus dem Google Index ohne Begründung verschwunden ! Einfach so über Nacht.
Ende 2012 habe ich alle Mitarbeiter entlassen weil wir nur ca. 10 bis 15 Besucher täglich nur noch hatten.

Für uns ist es klar: Gebe es Google nicht, hätten ich und meine Frau sowie alle Mitarbeiter noch unsere Arbeit.

Joachim Kersbergen

Joachim Kersbergen February 24, 2013 at 03:05

Einige Besucher sollten unsere kurze Geschichte lesen.

Unser Internetshop war fünf Jahre gut besucht, wir haben viel Mühe und Arbeit gehabt damit unser Internetshop läuft aber wir alle waren glücklich eine anständige Arbeit zu haben.
Die meisten Kunden, wie auch nicht anderes zu erwarten war sind durch Google.de zu uns gekommen. Wir hatten täglich zwischen 1,000 und 1,500 Besucher und in der Firma waren 23 Mitarbeiter beschäftigt.

Mitte 2012 war unser Internetshop aus dem Google Index ohne Begründung verschwunden ! Einfach so über Nacht.
Ende 2012 habe ich alle Mitarbeiter entlassen weil wir nur ca. 10 bis 15 Besucher täglich nur noch hatten.

Für uns ist es klar: Gebe es Google nicht, hätten ich und meine Frau sowie alle Mitarbeiter noch unsere Arbeit.

Joachim Kersbergen

firefoxi February 28, 2013 at 23:19

Das eine einzelne Firma wie Google so mächtig geworden ist mit Ihrer Suchmaschine ist sehr bedenklich. Schon jetzt nutzt Google seine Position mehr und mehr aus, eine Nische nach der anderen wird gerade durch Google kaputt gemacht mit dem Ergebniss das Google dadurch noch mächtiger wird. Es sind kleine Nischen..Wetterseiten z.B die derzeit massive Besucherzahlenverluste sehen da Google Wetter nun vor Ihnen in der Suche erscheint. Übersetzungsseiten, Währungsumrechner etc. Ob das alles wirklich gut enden wird darf man wohl anzweifeln. Es wird Zeit für staatliche Alternative Suchmaschinen die nicht kommerziell arbeiten sondern durch Steuern finanziert werden. Unabhängigkeit im Netzt würde Deutschland auf Dauer stärken.

Gregor March 3, 2013 at 01:31

Sehr guter, ausführlicher Artikel mit fundierten Argumenten. Leider eröffnet der Text nicht wirklich Lösungsperspektiven. Der in den Kommentaren häufig auftauchende Ruf nach der Politik ist etwas unscharf: Was sollte der Bundestag denn beschließen, um die Probleme zu beheben? Wenn man sich den im Artikel beschriebenen Wandel auf den Suchergebnisseiten anschaut, der ja relativ rapide innerhalb einiger Monate bzw. weniger Jahre verlaufen ist, ist das kaum langfristig gesetzlich zu fassen.

Auch die Zerschlagung, die Du, Philipp, offenbar kurz bevorstehend siehst, scheint mir nicht so einfach zu sein – schon gar nicht als rein deutsche Maßnahme. Welche Teile sollten denn aus dem Unternehmen herausgebrochen werden, um die im Artikel beschriebenen Probleme zu lösen? Android und Infrastruktur-Projekte vielleicht, die sind aber m.E. eher das geringere Problem. Shopping, Wetter, News, Maps und Werbung wird man als Unternehmensstruktur kaum von der Suche trennen können, dazu sind sich die Bereiche zu ähnlich bzw. für den Rest überlebensnotwendig (Werbung).

Außer eher aussichtslosen Appellen an Google, ohne konkrete Gefahr und Nachteile auf erheblichen Umsatz zu verzichten, zeichnen sich m.E. keine zielführenden Handlungsoptionen ab. Hierzu würden mich fundierte Ideen sehr interessieren!

Philipp Klöckner March 3, 2013 at 17:47

Hallo Gregor,

Lösungsverschläge sind hier leider alles andere als einfach herzuleiten.

Ich denke eine klarere Kennzeichnung von Werbung und Google-Produkten sowie das Einordnen eigener Produkte in den Algorithmus, statt die willkürliche Bevorzugung wären ein Anfang. Google täte sich zudem einen Gefallen, wenn Sie mehr zu den Entstehungsgründen dieser Integrationen kommunizieren würden. Transparenz in Bezug auf die Komposition der Suchergebnisse könnte Vertrauen schaffen.

Was nicht duldbar ist, ist denke ich das “Abstrafen” gewisser Geschäftsmodelle per Algorithmus und anschließende Ersetzen durch Google-eigene Produkte. Ich unterstelle da noch nicht einmal Vorsatz. Aber wenn eine Algorithmus-Bestandteil herausfindet, dass gewisse Seitentypen angeblich überflüssig sind, warum kauft Google dann gerade in dem Bereich Firmen und baut eigene Produkte. Und viel wichtiger: Warum entwickelt man 12 Jahre lang den besten Suchalgorithmus der Welt, um ihn dann nur noch unterhalb der Bildschirmkante zu verwenden?

Marc March 7, 2013 at 05:40

Seit zwei Tagen verzeichnen wir plötzlich einen Rückgang unserer Userzahlen.
Täglich hatten wir ca 9.000 Besucher pro Tag, so waren es gestern lediglich noch ca 50 Besucher pro Tag.

Wir haben keinerlei Änderungen an der Website vorgenommen. Ist es eine Abstrafung durch Google und was kann man tun?

Philipp Klöckner March 7, 2013 at 10:28

Hallo Marc,

das lässt sich ohne Kenntnis der Webseite/URL nur schwer sagen. Wenn Du mich auf me@pk.de kontaktierst werf ich gern einen kurzen Blick darauf. (kostenfrei)

LG,
pip

Gregor March 9, 2013 at 15:10

@Marc, wie du eine Abstrafung erkennst, hat meine Schwester hier aufgeschrieben, vielleicht hilft dir das, falls Philipp das noch nicht getan hat.

Eigentliche wollte ich aber auf Philipp reagieren: Die eigentlich Google-Werbung (Anzeigen) ist ja kenntlich gemacht. Sicherlich erkennen das viele Leute trotzdem nicht, aber ist das in Zeitungen und Zeitschriften anders? Du wohnst ja in Berlin: guck dir mal die BZ an, da muss man bei jeder Seite 2 mal hingucken, ob das Werbung ist oder nicht, obwohl es immer einen entsprechenden Hinweis gibt. Bei anderen Zeitungen ist es oft ähnlich.

Die bevorzugte Einbindung der eigenen Dienste sehe ich da auch schon eher problematisch, das könnte was für’s Kartellamt sein. Auch das wäre aber keine politische Aufgabe, sondern eine Frage der Auslegung bestehender Regeln. Das Bundeskartellamt hat ja auch schon mal auf eine Beschwerde von Ciao! hin geprüft, ob Google sich da kartellrechtlich ok verhält. Leider finde ich dazu nicht die Ergebnisse, sondern nur Artikel über das Verfahren an sich :( Wäre mal spannend, was da mit welcher Begründung rausgekommen ist.

marco March 9, 2013 at 16:30

wenn ich dein blog und alle kommentare lese herr klöckner wird es einem ja übel.

was glaubt ihr warum google das alles macht mit der abstrafungen und warum google euch alle das leben schwer macht? ganz eindeutig damit ihr adwords nutzen musst. ist doch klar das google seine suchmaschine missbraucht um nutzen daraus zu erzielen. google ist wie ich lesen kann keine suchmaschine sondern nur noch eine werbemaschine.

VickyLou March 9, 2013 at 19:54

Hi Philipp,

Google war mal cool aber auch ich habe meine Meinung zum Thema Google geändert denn Google verändert sich mehr und mehr und von Qualität kann man bei den Google-Suchergebnissen auch nicht mehr reden.

Das Ziel von Google ist ganz offensichtlich, die Surfer mehr und mehr
auf den eigenen Seiten zu behalten und die Klicks selber zu
verwerten, sprich Adwords.

Wenn man die letzten Jahre mal die Entwicklung im Bereich Google und
Wetter, Shopping etc. verfolgt hat, ergibt sich ein klares Bild.

Inzwischen glaube ich, wünschen sich mehr und mehr Webmaster, dass ein Riesenmeteorit in der Googlezentrale einschlägt und die ganzen Drecksäcke ausradiert.

Das Web wäre besser dran ohne Google und Gefolge und es ist nur eine Frage der Zeit bis Google verschwindet.

Nice Weekend!

freies-netz-google-ade@hushmail.com March 11, 2013 at 21:36

AN ALLE WEBMASTER:

Wir wollen eine Initiative gründen und den Kampf für ein freies Netz ohne Google starten.

Wenn der Gesetzgeber keine Abhilfe schafft, müssen wir es als Webmasters selbst tun!

Endgültig Schluss mit Google Analytics:

Viele von uns haben eine starke Abneigung gegen Google bekommen. Zuerst beginnen wir Google Analytics von unsere Websiten zu entfernen, wir möchten Google nicht mehr mit wertvollen Besucherdaten versorgen.

Endgültig Schluss mit Google Indizierung.

Google missbraucht sein Monopol. Wir sollten alle die Google-Suchmaschine aussperren mit der Datei robots.txt. Je mehr mitmachen, umso besser.

robots.txt:

User-agent: Google
Disallow: /

Google’s Monopol und dessen negative Auswirkung, die totalitäre Diktatur muss ein Ende haben und nur gemeinsam sind wir stark!

Kontakt:
freies-netz-google-ade@hushmail.com
Google Monopol: http://www.googlemonopoly.com

Erik March 14, 2013 at 15:57

The Beast File: Google (movie)

http://vimeo.com/9897083

Meet Google. The noun that became a verb. The world’s favourite search engine, and the company whose motto is “Don’t be evil…”

Monopolen April 24, 2013 at 13:59

Das Monster Google fühlt sich stark genug neue Mauern zu errichten.

“Druck und Zwang ersetzen die bisher gefühlte Freiheit, und die unbeschwerte Leichtigkeit ist dahin. Am Ende bleibt nur die Hoffnung auf Kartellverfahren und die europäischen Wettbewerbsbehörden.

Die Idee, dass sich das Netz genau dann am besten weiterentwickelt, wenn man es frei und unabhängig von äußeren Eingriffen selbstorganisiert seinen Weg gehen lässt, erweist sich als falsch.

Dies führt zur Bildung von Monopolen und Oligopolen. Gegen Microsoft ist man vor Jahr und Tag wegen einer Lappalie, nämlich seiner Marktdominanz beim Internetbrowser, massiv vorgegangen. Nun sind ähnliche Schritte gegen Google zu erwarten.”

faz.net

Ben Mueller April 24, 2013 at 18:29

Eigentlich schaudert es mich nun – wobei ich es insgeheim immer schon “gewusst” habe – aber dennoch – wenn man es so schwarz auf weiss ließt dann drängt sich der Gedanke schon auf dass dieser Monopolist immer mehr das Geld verdienen in den Vordergrund schiebt und somit sein Adwords und andere Programme in den Fokus genommen hat…

Sam May 13, 2013 at 17:02

My German is not so good, but why don’t we start to disallow Google to crawl our webpages?

If millions and millions of webmasters do that, it would be very funny to see how Google goes to bankruptcy.

Michael June 19, 2013 at 13:55

Google hat das Internet mit Update endgültig zerstört. Google hat mit dem neuen Update kleine Unternehmen, Shops und mehr aus seinem Index verbannt, und das Weltweit. Nur noch Brand-Seiten werden im Index gefunden.

http://www.webmasterworld.com/google/

Michael Möller June 19, 2013 at 14:02

http://www.webmasterworld.com/google/

Google hat mit dem neuen Update kleine Unternehmen, Shops und mehr aus seinem Index verbannt, Weltweit!!! Nur noch Brand-Seiten werden im Index gefunden. Google hat das Internet endlich endgültig zerstört.

Philipp Klöckner June 27, 2013 at 11:23

@thorsten: Ich kritisiere weder die Aussortierung von Preissuchmaschinen, noch das Prominente platzieren des Google Preisvergleich an sich. Nur beides zugleich durchzusetzen und das eine mit schlechter Qualität und User Satisfaction zu begründen und es dann durch etwas noch schlechteres zu ersetzen finde ich höflich formuliert ‘unglücklich’.

Ralf July 11, 2013 at 12:33

Das war abzusehen, Google search displays only 13% organic results – the rest is ads and junk:

http://news.yahoo.com/google-search-displays-only-13-organic-results-rest-174055430.html

LucyLuck July 14, 2013 at 14:59

Was Ralf geschrieben hat stimmt! GOOGLE ZERSTÖRT DAS INTERNET UND KEINER TUT WAS..

http://searchengineland.com/google-results-too-ad-heavy-166226

maus December 22, 2013 at 03:30

was bringt nur das reden darüber jungs?!

wir sollten alle google mit robots.txt blocken damit wir wieder ein freies internet bekommen

leavegooglebehind January 5, 2014 at 16:39

http://www.leavegooglebehind.com/how-tos/how-to-eradicate-google-from-firefox

How to eradicate Google from Firefox

This tutorial will help you eradicate Google from Mozilla Firefox, so that your browser does not send information about you to the Monster of Mountain View.

Step 1. Remove Google from the list of search engines.
Click the dropdown icon next to the search box in the upper right hand corner of Firefox.
Click “Manage Search Engines” (at the bottom of the list).
A dialogue box will appear. Select Google and click Remove. Then click OK.

Step 2. Turn off “safe browsing”.
Firefox has a feature called “safe browsing” which reports information about your browsing to Google. This “feature” can be turned off by going to Tools > Options, clicking the Security tab, and unchecking “Block reported attack sites” and “Block reported web forgeries.” (You can take charge of your own browsing security by installing these essential privacy add-ons for Firefox, outlined in this separate tutorial).

Step 3. Disable location-aware browsing. Another Firefox “feature” that works in conjunction with Google, this useless piece of functionality allows websites to collect detailed information about where you’re browsing from.
In the URL bar, type about:config
Click “I’ll be careful, I promise” when you get the “This might void you warranty” warning
In the Filter box, type geo.enabled
Double click on the geo.enabled preference
Location-Aware Browsing is now disabled.
Leave the about:config tab open for next steps.

Step 4. Adjust and/or disable location bar search
When you type an invalid URL into Firefox’s address bar and hit enter (or mistakenly use the location bar in place of the search box), Firefox’s default behavior is to send this information to Google as a search query, whereupon Google shows you results for the invalid URL. We can modify and also disable this behavior.
Clear the Filter Box by clicking the little X just inside the right edge of the box.

Type keyword

You’ll see two listings. The first will show a Google URL. Double click this listing.
A box will appear allowing you to edit the URL. You can paste in substitutes like:
http://bing.com/results.aspx?q= (for Bing)

Click OK to save changes.
Optionally, you can double click the second listing (keyword.enabled) to completely turn off location bar search in Firefox. Replacing the Google URL first is still a good idea!

Step 5. Change your home page.
The default homepage for Mozilla Firefox has a Google search bar in it. You can change this by dragging the icon next to any URL onto your Home button. If you don’t have a favorite website to change to, consider making Bing your homepage. It features a gorgeous picture every day.

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