Warum Google das schlechteste Taxi der Welt wäre…

by Philipp Klöckner on 18/02/2013

VORAB: Dieser Kommentar dient nicht der Unterstützung eines Leistungsschutzrecht. Vielmehr soll die von Google selbst herangezogene bzw. bei Mario Sixtus entliehene Parabel vom zur Kasse gebetenen Taxifahrer mal zu Ende interpretiert werden.

Google-Taxi

Mario Sixtus

Was Google mit Taxifahrern zu tun hat fragen Sie sich? Nun ja. Der Journalist und Netzkultur-Experte Mario Sixtus, hat sich in der Argumentation gegen ein Leistungsschutzrecht (LSR) zu folgender Aussage hinreissen lassen:

“Mit der gleichen Logik könnte ein Restaurantbesitzer von Taxifahrern Geld verlangen, die ihm Gäste bringen.”

Dieses Statement wurde nun mit Genehmigung von Sixtus von Google für die sogenannte Taxi-Kampagne bemüht. Der auf den ersten Blick schlüssige Vergleich findet sich nun auf den Kopfstützen von 600 Berliner Taxis wieder und verdeutlicht laut Google-PR-Sprecher Kay Oberbeck “die Absurdität des geplanten Gesetzes“. Oberbeck fährt fort:

“Nach aktuellen Zahlen leiten wir pro Monat 6 Milliarden Klicks auf Verlagsangebote weltweit weiter. Die Artikel der Zeitungen werden nicht ‘bei Google’, sondern auf den Verlagsseiten online gelesen. Google ist im übertragenen Sinn das ‘Taxi’, das den ‘Restaurantbesitzern’, also den deutschen Presseverlagen, im Schnitt bis zu 50 Prozent ihrer Leser liefert.”

So weit so gut. Was dieses Statement so absurd wirken lässt, ist vor allem aber der an den Haaren herbeigezogene Vergleich. Denn ließe man sich auf dieses Gedankenspiel ein, gäbe es ziemlich genau zwei Szenarien, in denen man wirklich eine Parallele ziehen könnte:

Beförderungspflicht im öffentlichen Informationsverkehr?

Wenn Google sich gern mit Taxifahrern verglichen sehen möchte. Nur zu! Dann fangen wir doch mal mit der Beförderungspflicht an. Denn der Unterschied ist folgender: Wenn ich dem Taxifahrer am Airport BBI Berlin-Tegel sage, ich möchte gern zum Hotel de Rome, dann wird er mich auf dem kürzesten Weg dahin befördern, und dafür von mir Geld bekommen.

Was der Taxifahrer nicht machen wird sind Umwege über den Potsdamer Platz, damit ich noch die neue Sony-Reklame sehe oder eine Rundfahrt um das Motel One, weil mir das ja besser gefallen könnte und er dafür auch Geld bekommt.

Der Taxifahrer wird auch nicht meine Adresse speichern, sich mein Alter oder Geschlecht notieren oder mich zwingen Mitglied im neuen TaxiPlus Netzwerk zu werden. Ganz sicher wird er nicht anfangen die Dokumente, Briefe und Mails in meinem Koffer zu lesen.

Er bringt mich von A nach B und bekommt dafür Geld. That’s it. Dafür bringt er mich aber genau dahin wo ich will. In 100% der Fälle und er ist gesetzlich dazu verpflichtet. Wenn sich Google darauf verpflichten lassen möchte, wäre ein LSR sicher sofort vom Tisch bzw. nie aufgekommen. Das Problem ist aber, dass sich Google wie der Fahrer im zweiten Beispiel verhält:

Der räuberische Taxifahrer

Taxi DriverWenn Google tatsächlich ein Taxifahrer wäre, dann gäbe es vermutlich bald keine Restaurants mehr. Einen Großteil der Fahrgäste würde Google, wenn auch nicht zwangsläufig auf dem schnellsten Weg, tatsächlich beim Restaurant abliefern. Aber das Restaurant müsste immer öfter – wie im Rotlicht-Milieu üblich – dafür zahlen, dass seine Fahrgäste es auch erreichen können.

Zudem würde der Taxifahrer beim Einsteigen ins Taxi auch regelmäßig mein Fahrtziel ignorieren und stattdessen andere Restaurants anpreisen bevor er losfährt. Auf die Frage nach dem besten Italiener der Stadt, würde der Taxifahrer immer häufiger auf das Restaurant seiner Familie verweisen.

Das schlimme aber ist, und darüber sollten sich alle “Restaurantbetreiber” Gedanken machen, dass der Google Taxifahrer immer häufiger einfach nur bis vor die Tür des Restaurants fahren würde, um das Essen aus der Küche zu klauen und den Fahrgast bereits im Taxi abzuspeisen. Dieses Beispiel ist keine Fiktion, sondern das was bereits jetzt passieren würde, wenn man den Suchmaschinen- auf den Personenbeförderungsmarkt übertragen würde.

Fazit

Der Vergleich zwischen Taxi und Google hinkt allein deswegen schon, weil Google eben nicht 100% der Gäste beförderungspflichtig dort abliefert wo sie hin wollten, sondern sie entweder ins eigene Restaurant karrt oder im Taxi abfrühstückt. Google wird aber auch nicht vom Fahrgast bezahlt und muss daher andere Lösungen zur Monetisierung finden. Oder Google muss eben so gut werden, dass Fahrgäste das Google-Taxi auch anrufen, wenn sie es bezahlen müssten.

Ein LSR, würde die Restaurants entschädigen, nicht aber das Problem lösen, dass der Taxifahrer immer mehr Kunden nicht mehr oder nur gegen Aufpreis zum Lokal befördert. Deshalb brauch es weniger ein LSR als vielmehr Transparenz und Fairness innerhalb der Google-Suchergebnisse. Aber auch die Achtung von Urheberrechten.

Das Argument, dass Google derzeit noch ausreichend viele Nutzer an Portale weiterleitet, wird immer wieder herangezogen werden um mehr und mehr Kunden eben nicht mehr dort abzuliefern, wo ihre Fragen und Bedürfnisse bisher befriedigt wurden. Der Verweis auf Millionen und Milliarden von Nutzern, die Google an andere Angebote weiterleitet verschleiert nur die Tatsache, dass Google prozentual weniger Besucher denn je kostenlos an den Rest des Internet weiterreicht. 

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{ 36 comments }

Matthias Baader February 18, 2013 at 17:33

Mit den “Restaurants” AFP und AP hat sich Taxi Google ja schon vor Jahren geeinigt. Man liefert die Kunden nun nicht mehr ab, sondern serviert gleich das Essen – das man vorher aber eingekauft hat:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Franzoesische-Nachrichtenagentur-einigt-sich-mit-Google-165490.html
http://news.cnet.com/8301-30684_3-20015053-265.html

Und so sieht das dann aus:
http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iL5TaeVAIyT8VRRXr8rXM4fnqkfw?docId=TX-PAR-NEH41

Hier mehr davon:
http://www.google.de/search?hl=de&output=search&sclient=psy-ab&q=site%3Awww.google.com%2Fhostednews%2F&=&=&oq=&gs_l=&pbx=1

DPA mauert wohl noch – aber wenn das alle Nachrichtenagenturen so machen, dann könnten erst die Nachrichtenseiten einpacken – und anschließend dann die Nachrichtenagenturen selbst, weil es nur noch einen Kunden gibt: Google.

Helge Salzburg February 18, 2013 at 23:42

Zitat: "Das Problem ist aber, dass sich Google wie der Fahrer im zweiten Beispiel verhält"
Dein Problem, ich habe damit keines! GsD habe ich Zeit und Muse, mich vom Google-Taxi-Chauffeur kreuz und quer durch die Lande fahren lassen, um mir ALLES an zu sehen, was ich doch vorher so oft als "like" geoutet habe…
Und nun die Überraschung im Gegensatz zu DEINEM Taxifahrer – der Google-Chauffeur verlangt für die ganzen schönen Rundfahrten kreuz und quer durch meine Interessengebiete und Vorlieben KEINEN CENT mehr…
Und ich kann jederzeit STOP und STRAIGHT AHEAD sagen!

Tilmann Maierhaus February 19, 2013 at 09:35

Sehr geehrter Herr Klöckner,

folgt man Ihrem Blog, kann man den Eindruck bekommen, als sei es ein monothematisches Blog, das sich ausschließlich mit Google befasst. Sie scheinen ein ausgewiesener Fachmann dieser Materie zu sein.

Ehrlich gesagt: Auf Dauer ist das alles ein wenig lächerlich. Insbesondere, wenn man in Betracht zieht, wie unglaublich subjektiv dieses Google-Bashing ist. Niemand kann von Ihnen Objektivität in Ihrem eigenen Blog verlangen, aber Sie machen sich unglaubwürdig.

Ich würde jetzt mal davon ausgehen, dass Sie in der Vergangenheit recht viel Geld mit dem kostenlosen Traffic verdient hat, den Ihnen Google zugeschoben hat. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie nicht in allen Fällen auf die Nachhaltigkeit Ihrer Geschäftsmodelle gesetzt haben. Traffic rein, Leute raus, durch Arbitrage monetarisieren. Man kennt solche Portal. Und: Dass solche Portale unter Google zu leiden haben, ist nicht das Allerschlechteste für den gemeinen Internetnutzer.

Getroffene Hunde, und so. Armer Pip.

Mit den besten Grüßen

Tilmann Maiherhaus

Philipp Klöckner February 19, 2013 at 09:53

Lieber Herr Maierhaus,

mein Blog hat erst seit kurzem diesen Einschlag genommen. Prinzipiell blogge ich nämlich eher wenig bzw nur wenn ich etwas wirklich erwähnenswert finde. Und das Thema Google treibt mich derzeit wirklich stark um.

Was ihre Vermutungen angeht: Um die Branche, zu der Sie mir gern Nähe unterstellen wollen, hat Google bereits vor 2 Jahren “gekümmert”. Als Google per Panda-Update Preisvergleich- und Gutscheinportale fast komplett aus den SERPs gefegt hat, habe ich geschwiegen. Teilweise hat sich die Qualität dadurch durchaus verbessert und ganz sicher braucht der Nutzer keine 10 Preisvergleiche auf der ersten Seiten.

Der Unterschied ist, dass Google nun in diesem Fall zum Beispiel ein Produkt über der Konkurrenz platziert, dass aus Verbrauchersicht deutlich schlechter ist, als viele der Konkurrenten, die vorher ausradiert worden sind. Ich finde das wirft ein neues Licht auf die Sache und das darf man kritisch hinterfragen.

Ich finde auch man darf ein Unternehmen genauer unter die Lupe nehmen, wenn es gegenüber Investoren, Nutzern, Politik und Presse Unwahrheiten oder Halbwahrheiten verbreitet.

Wie schon an anderer Stelle gesagt: Ich habe tatsächlich unverschämt viel Geld mit Google verdient und sehe mich in jedem Fall nicht als Verlierer des Systems. Auch heute nicht. Ich glaube mich an jede neue Herausforderung deutlich schneller anpassen zu können und Sie zu meinen Gunsten nutzen zu können. Jede Verschärfung der Suchproblematik spült mehr schlechte Berater aus dem Markt und das spielt mir im Zweifel in die Karten. Darin liegt auch der Grund dass ich mit, durch, gegen und auch für Google vermutlich mehr Geld verdiene denn je.

Sämtliche meine Posts entstehen nicht aus Opferbewusstsein, sondern vielmehr aus einem Gefühl der Stärke. Der Pflicht und dem Vermögen, diejenigen aufzuklären, die das Thema nicht durchdringen oder zu abhängig von Google sind um es selbst zu tun.

Es wird immer Menschen geben, die sich trauen mit Namen und Gesicht für eine Sache einzustehen und es gibt Leute die sich nicht trauen öffentlich Ihre Meinung zu äußern. So wie “Tilmann Maiherhaus” über ein Tor Project Gate (https://www.torproject.org/) der es vorzieht anonym zu bleiben. Armer “Tilmann”.

Philipp Klöckner February 19, 2013 at 10:00

@Helge: Wenn Sie sich gern umsonst fahren lassen, dafür aber bei der Location, die am meisten zahlt enden möchten haben Sie tatsächlich kein Problem. Dann ist Google genau ihr Ding.

Tilmann Maierhaus February 19, 2013 at 10:57

Sehr geehrter Herr Klöckner,

Danke für Ihre Reaktion.

Ich würde jetzt mal nicht davon ausgehen, dass eine Aussage weniger richtig sein muss, nur weil Sie anonym getätigt wurde. Aber auch das ist rein subjektiv.

Da ich in “einer Branche” arbeite (die das eigentlich auch nicht anders macht als Google), ist das für mich so in Ordnung. Bei all der ganzen Anti-Google-Argumentation bleibt – meiner Meinung nach – häufig einfach außen vor, dass viele der Änderungen Googles für die Nutzer einfach deutlich besser sind.

Ich denke, dass Sie auch richtige Dinge ansprechen. Ich denke aber auch, dass bei den meisten Leuten auch ein Selbstreflexionsprozess einsetzen müsste, der in mehr Qualität (und nicht nur in reinem Monetarisierungsdenken) endet. Das wird aber sicherlich nicht passieren, jammern ist einfacher.

Mit den besten Grüßen

T. Maierhaus

Dominik February 19, 2013 at 11:00

Als Quintessenz aus diesem Beitrag werden wir sicher bald Google dafür bezahlen müssen, dass wir auf dem schnellsten Weg dorthin kommen, wo wir hinmöchten. Dummerweise weiß ich das oft selbst nicht, wenn ich bei Google ein Suchwort eingebe. Ich habe ein Thema, über das ich schreiben soll und schaue, was es dazu bereits gibt. Das mache ich meist den ganzen Tag. Das wird teuer für mich bzw. meinen Arbeitgeber, wenn das irgendwann Geld kosten sollte.

Dirk Kunde February 19, 2013 at 11:22

Außerhalb der Medien-, Verlags- und Online-Szene versteht kein Mensch die LSR-Diskussion. Um diesen Menschen das Thema bildlich näher zu bringen, ist der Sixtus-Vergleich schon gut und auch passend.

Lutz February 19, 2013 at 11:39

> “Er bringt mich von A nach B und bekommt dafür Geld. That’s it. Dafür bringt er mich
> aber genau dahin wo ich will. In 100% der Fälle und er ist gesetzlich dazu verpflichtet.
> Wenn sich Google darauf verpflichten lassen möchte, wäre ein LSR sicher sofort vom
> Tisch bzw. nie aufgekommen.”

Diese Behauptung halte ich für falsch. Sie wird im Artikel leider auch mit keinem Wort begründet. Dummerweise handelt es sich um eine zentrale Prämisse des Artikels, dessen Schlussfolgerung (=in der Diskussion um das LSR hinkt der Taxi-Vergleich) ohne diese Annahme als unhaltbar erweist.

Malte February 19, 2013 at 11:39

Ich habe das Bild übrigens schon 2009 benutzt.
http://www.netzeitung.de/medien/1418719.html
https://netzpolitik.org/2009/hamburger-erklaerung-google-und-der-zoodirektor/
Ich sehe mein Leistungsschutzrecht allerdings nicht verletzt. Habe ich überhaupt eins?

Daniel Schultz February 19, 2013 at 11:39

Auch wenn mich der Pressesprecher des österreichischen Verlegerverbands VÖZ fälschlicherweise als Google Fanboy bezeichnet, muss ich Ihnen in Teilen Recht geben.
Der Vergleich hinkt, wie das Vergleiche so tun.

Es ist schlicht falsch, zu behaupten, Google würde nicht direkt von A nach B fahren, wenn man genau angeben kann, wo man hin möchte. Dazu muss man nur in den Einstellungen Google Instant ausschalten und nach Eingabe des Reiseziels „auf gut Glück!“ fahren – ganz ohne Werbung. Nur kann der Benutzer eben in der Regel nicht sein genaues Ziel angeben und benötigt gerade dann Informationshäppchen um sich in der Trefferliste zu orientieren.

Dass die Leistung anderer durch Google substituiert wird und Google ein massives Interesse daran hat sein eigenes Angebot auszuweiten, trifft durchaus zu. Die Leistung kann vor allem dann gut substituiert werden, wenn nur ein kleines Informationshäppchen vom Nutzer benötigt wird. Etwa wenn man schnell wissen möchte wie das Wetter wird, das Ergebnis einer mathematischen Gleichung oder vielleicht das Geburtsdatum eines Schauspielers.

Nur was die Verleger angeht, ist die Geschichte mit dem Servieren des Informationshäppchens im Taxi ja genau von diesen gewollt. Im Übrigen substituieren sie selbst die Leistung anderer, wenn sie etwa nacherzählen was im Fernsehen zu sehen war, wenn sie zusammenfassen was in Büchern steht und wenn sie einfach aus der Wikipedia oder aus anderen Zeitungen abschreiben. Damit schöpfen die Verleger genauso Aufmerksamkeiten von anderen ab.

Dennoch darf man nicht vergessen, dass mehrseitige Märkte die Möglichkeit bieten, die Finanzierung durch die unterschiedlichen Gruppen jederzeit neu zu justieren. Momentan ist die Google-Suche für Nutzer und Anbietern von Inhalten Entgelt frei, zahlen müssen lediglich Werbetreibende. Nun gibt es einerseits Signale von Inhalteanbietern für eine bessere Positionierung bezahlen zu wollen – anders lässt sich der ganze SEO-Quatsch nicht erklären. Und andererseits hat Google selbst schon eine Verschiebung seines Geschäftsmodells angedeutet, indem sie Paid Inclusion für das Shopping Modul eingeführt haben.

Wenn die Verleger jetzt par force auf die Einführung eines Leistungsschutzrechtes drängen, unterstützen sie damit Google, sein Geschäftsmodell dahingehend umzubauen. Im Übrigen würde es sich dann dem Geschäftsmodell der Gelben Seiten annähern. Hier besteht gleichfalls auch kein Rechtsanspruch auf einen kostenfreien Standardeintrag.

enrico February 19, 2013 at 11:45

Ihre Argumente gegen den Taxi-Vergleich scheinen mir ehrlich gesagt wesentlich kruder als der Vergleich selbst. Zum einen zwingt mich google keineswegs irgendeinen seiner weiteren Dienste zu nutzen, wenn ich die die Suchfunktionen benutze und bekommt somit auch keine Dokumente, Briefe, etc. von mir. Zum anderen wäre die Werbung bei google eher mit einem im Taxi liegenden Flyer oder einer Empfehlung des Fahrers zu vergleichen als mit dem Fahren eines Umweges.

Thomas February 19, 2013 at 12:56

Der Taxi-Vergleich hinkt. Da hat Herr Klöckner völlig Recht. Der Vergleich unterstellt, dass Google alle User, die nach News suchen, auch auf Verlagsseiten weiterleitet und Verleger für diese 100%-Durchleitungen Geld verlangen würden. Dem ist aber nicht so. Das LSR soll gerade vor solchen Diensten schützen, die User nicht vollständig weiterleiten, sondern deren Informationsbedürfnis selbst mit Hilfe derjenigen Inhalte befriedigen (und damit Geld verdienen), die der Dienst von Verlegerseiten ohne Zustimmung übernommen hat. Fast die Hälfte der Google News-Nutzer klicken nicht mehr auf eine Quellseite durch, weil die Snippets ihnen zur Information über das Wesentliche genügen. http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5geV6xbmQ4TGruFFDfDYy4DLoPKhg

Bei Diensten, die noch längere Snippets anzeigen, wird der Anteil noch größer sein. Bei der Bildersuche ist die Durchklickrate auch ständig gesunken. Das LSR adressiert diesen “verlorenen” Traffic. Um im Vergleich zu bleiben, geht es also um die Gäste, die nie ankommen, weil der Taxifahrer ihnen auf dem Weg zum Restaurant bereits so viele Häppchen serviert hat (die der Fahrer aus diversen Restaurants ohne deren Zustimmung genommen hat), dass der Gast kein Restaurant mehr aufsuchen muss: Die die Häppchen produzierenden Restaurants gehen leer aus.

Barthel February 19, 2013 at 13:20

Warum bringt dich denn der Fahrer direkt ins Hotel de Rome? Weil du ihn dafür bezahlst! Was würde wohl passieren, wenn du den Fahrer nicht bezahlen würdest und er seine Dienstleistung anders finanzieren müsste? Dann würde er so handeln, wie dein zweiter Fahrer, und dir erst mal ein paar Werbetafeln zeigen. Und aus dem Radio kämen nur Werbejingles. Und wenn du keinen konkreten Namen nennst, sondern nur in ein Hotel willst, dann wird er dich in dem Hotel abliefern, das ihm eine (die höchste) Provision zahlt. Gerade der Teil dürfte dir ja bekannt vorkommen.

Die Analogie, dass Google Besucher auf Webseiten bringt wie ein Taxi Besucher in Restaurants, ist im Prinzip richtig. Wenn man sie weiter im Detail betrachtet, hinkt sie immer mehr – wie wohl die meisten Beispiele und Analogien.

Barthel February 19, 2013 at 13:45

Und noch etwas: Du wirfst Google Datensammelei vor – was bei einer Suchanfrage gar nicht in dem Umfang gemacht wird, in dem du es beschrieben hast – und steigst dann deinen Besuchern hinterher und wirfst ihnen sogar vor, dass sie über einen Anonymizer kommen. Das ist an Doppelmoral nur sehr schwer zu überbieten.

Lutz February 19, 2013 at 14:16

@Thomas

> Fast die Hälfte der Google News-Nutzer klicken nicht mehr auf eine Quellseite durch, weil
> die Snippets ihnen zur Information über das Wesentliche genügen.

So ein Blödsinn. Das ist völlig abwegig und unrealistisch. Und die von Dir verlinkte Studie oder Statistik gibt das auch überhaupt nicht her. Selbst wenn die dort behaupteten Zahlen stimmen (nur die Hälfte der Benutzer von Google-News landen letztlich auf Verlegerseiten), so ist die mit Abstand naheliegendste Erklärung dafür, dass es zu den Suchbegriffen schlicht eine passenden oder interessanten Artikel gibt.

Auf die Idee, dass man darauf schlussfolgern kann, dass die Benutzer von Google News sich zu ihren Suchbegriffen allein durch die Snippets befriedigend informieren, kann man nur kommen, wenn man verzweifelt auf der Suche nach Argumenten ist und einem selbst die an den Haaren herbeigezogensten Argumente nicht zu blöd sind.

Philipp Klöckner February 19, 2013 at 14:31

@Lutz: Ich glaube nicht, dass sich ein LSR noch durchsetzen ließe, wenn Google 100% der Nutzer auf die Quellen verweißt. Wie Thomas ganz richtig sagt, geht es um die Nutzer, die nicht mehr die Quellen besuchen, sondern von Google selbst mit fremden Inhalten gefüttert werden. Mir persönlich wäre wie gesagt eher an einer fairen 100% Trafficweiterleitung-Lösung gelegen als an einem LSR.

@Barthel: Der Fakt dass ich den Taxifahrer bezahle trägt nur dazu bei den Vergleich noch unpassender wirken zu lassen. ICH habe ja nicht mit dem Vergleich begonnen, sondern möchte nur zeigen, warum ich ihn für unzutreffend halte.

Zu deinem 2. Post: Datensammlerei muss man Google nicht vorwerfen. Das steht außer Frage. Ich steige auch nicht meinen Besuchern hinterher. Sondern Wordpress offenbart zu Recht von welcher IP-Adresse Kommentare geschrieben werden. Ich finde es legitim nachzuvollziehen ob sich hinter einem Kommentar eine natürliche Person versteckt oder nicht, weil dies für mich die Aussagekraft desselben beeinflusst. Ich selbst beschreibe hier nachvollziehbar meinen Hintergrund und meine Tätigkeit damit jeder die Transparenz hat, meine Äußerungen im richtigen Kontext zu betrachten. Ebenso ist der Hintergrund eines Kommentierenden wichtig um dessen Kommentar zu verstehen. Ich könnte mich zum Beispiel fragen, woher die negativen Bewertungen für den Artikel kommen. Die Information, dass 3/4 der “1 Stern-Ratings” von Google-IP-Netzen getätigt werden gibt dem ganzen dann aber schon eine andere Bedeutung mit der ich schon eher Leben kann.

Peter February 19, 2013 at 14:38

In Bangkok hatte ich tatsächlich so einen Taxifahrer, der kein Geld von mir wollte, mich aber überall hinfuhr – unter der Bedingung dass er mich zwischendurch mal zu einem Schmuck-Geschäft fahren darf.
Ich habe in dem Schmuckgeschäft kurz und klar deutlich gemacht, dass ich kein Interesse an Schmuck habe, und wurde so den ganzen Nachmittag kostenlos durch Bangkok kutschiert.
Der Taxifahrer (eigentlich war es ein Tuk Tuk) wurde sicher vom Schmuckladen bezahlt.
Für sich betrachtet eine win-win-win-Situation (Taxifahrer wurde bezahlt, Laden hat Kundschaft, ich hab kostenloses Taxi).

Aber ich versteh natürlich die Problematik mit den Google-eigenen Diensten, die immer mehr bevorzugt werden. Deehalb finde ich es auch gut, die Leute darauf aufmerksam zu machen. Nur wird das die große Masse nie erreichen, weil sie einfach nicht an dem Thema interessiert sind…

Thomas February 19, 2013 at 14:40

@Lutz
Ihre “mit Abstand naheliegendste Erklärung” überrascht, sind doch bei Google News die Nachrichten-Ergebnisse voreinstellt, ohne dass der User einen Suchbegriff eingeben muss. Der typische Google News-Nutzer sucht auf Google News nicht durch Suchbegriffe, sondern geht die von Google voreingestellten Schlagzeilen durch. Ihre Erklärung geht ins Leere.
Im Übrigen sei auf folgende Studie mit demselben Ergebnis verwiesen (“more than three times as many briefs as articles were called up”). http://contentmarketingpedia.com/Marketing-Library/Content%20VS%20Ads/WebPageEyeTrackingStudy.pdf
Aber die Studie ist sicherlich auch “an den Haaren herbeigezogen”.

Barthel February 19, 2013 at 16:32

@Philipp
Ich weiß, dass das Taxi-Beispiel hinkt. Ich wollte nur darauf hinaus, dass das bei näherer Betrachtung bei den meisten Beispielen so ist. Wenn man die Sache ganz allgemein sieht, dann bringt Google Webseiten so Kunden, wie ein Taxi einem Restaurant. Du wirfst ein, dass Google an der Sache ja auch verdient und der Transport nicht ganz objektiv erfolgt, aber der Taxifahrer verdient auch, die Finanzierungsmethode ist nur eine andere. Ich habe ehrlich gesagt schon schlechtere Beispiele gesehen, du bringst selber eins:

“Auf die Frage nach dem besten Italiener der Stadt, würde der Taxifahrer immer häufiger auf das Restaurant seiner Familie verweisen.”
Bitte sag mir, dass das ein schlechtes Beispiel ist und dir klar ist, dass viele normale Taxifahrer dir das Restaurant ihrer Familie empfehlen würden, wenn du sie allgemein nach einem guten oder dem besten Restaurant fragst… In Berlin gibts vielleicht nen Sterneitaliener, aber in jeder weniger großen Stadt sind die im Prinzip alle gleich, da würde das nicht mal auffallen… Wie Peter richtig schreibt, ist das, was du als räuberischen Taxifahrer beschreibst, in anderen Ländern eine ganz normale Sache. Ein Kollege hat mir eine ähnliche Geschichte aus dem Urlaub erzählt.

So und jetzt haben wir halt (mindestens) ein schlechtes Beispiel in einem Artikel, der von einem schlechten Beispiel handelt, das mit dem durchsuchten Koffer wäre ein zweites…

Es ist wie mit eigentlich allen deinen Rants: Du hast im Prinzip Recht. Das Beispiel ist blöd, weil dich ein Taxi gegen Bezahlung an dein Wunschziel bringt, während der Besuchertransport bei Google anders finanziert ist und deshalb nicht immer nach objektiven Gesichtspunkten erfolgt. Das würde ich so unterschreiben und höchstens das einwenden, was im ersten Absatz steht. Aber du holst dann immer zu einem Rundumschlag gegen Google aus, der jeden deiner Artikel bisher angreifbar macht. Andere überlesen diese Teile vielleicht einfach, aber halt nicht alle.

Zum zweiten Teil:
Das mit der IP-Adresse ist ein schönes Beispiel dafür, wie man an einer Stelle kein Problem sehen kann, wo ein sehr großes Problem gibt. Die IP-Adresse ist nach mancher Auffassung selbst schon ein personenbezogenes Datum, zusammen mit meinem Klarnamen aber auf jeden Fall. Deshalb darfst du sie ohne mein Einverständnis weder erfassen noch speichern. Ansonsten schränkst du nämlich nicht weniger als ein Grundrecht (Recht auf informationelle Selbstbestimmung) von mir ein. D.h. Es ist das gute Recht von Tilmann Maierhaus hier über einen Anonymizer aufzuschlagen und ein Pseudonym zu benutzen, während es umgekehrt von dir ein Datenschutzverstoß ist, IP-Adressen zu erfassen und zu speichern. Dass das eine default Funktion von Wordpress ist, ist mir schon klar, aber die Software kommt im Grunde aus den USA, da hat man es nicht so mit Datenschutz. Ich verstehe deinen Standpunkt total, aber jeder hat das Recht darauf, Anonym zu bleiben. Im Internet ist das oft auch die bessere Wahl. Wir unterhalten uns ja nicht unter vier Augen und wenn ein Job bei Google im Rahmen deiner Wünsche und Möglichkeiten wäre, würdest du wahrscheinlich auch nicht alles so unter deinem Klarnamen schreiben, wie du es hier tust. Da müssen wir uns glaube ich nichts vormachen.

struppi February 19, 2013 at 17:14

Auch wenn ich google nicht mag (eben wegen dieser Daten sammelwut, habe ich letztes Jahr alle meine privaten Konten dort gelöscht und suche fast nur noch mit DuckDuck) so finde ich den Vergleich durchaus richtig und die Argumentation im Artikel falsch. Denn google zeigt mir zwar Werbung, aber die Suche – also der Weg, in dieser Analogie – ist nur z.T. durch die gespeicherten Daten beeinflusst und wird, zumindest soweit es bisher öffentlich gemacht wurde, nicht durch Werbung beeinflußt.

Desweiteren wären die Onlineseiten der Verlage ohne google nicht denkbar. Ohne das es eine gesetzliche Pflicht gibt, “transportiert” google Besucher auf deren Seite.

Kleine Anmerkung: Die IP Adresse wird bei jedem Aufruf einer Seite dem Server übermittelt, das ist ein technische Notwendigkeit und kann mit Datenschutz auch nicht ausgeschaltet werden. Vergleichbar mit einem Nummerschild am Auto und Sie fahren damit auf einen privaten Parkplatz, dann kann ich einen Wächter dahin setzen, der alle Nummerschilder aufschreibt.

Sachar Kriwoj February 19, 2013 at 16:23

Wäre es nicht angebracht, mithilfe eines Disclaimers transparent klarzustellen, dass Du durch Idealo dem Springer-Verlag zumindest nahestehst?

Philipp Klöckner February 19, 2013 at 18:40

Hallo Sachar,

Im Feld "über den Autor" steht bereits dass ich für Idealo gearbeitet habe, dort aber nicht mehr angestellt bin und darüber hinaus, dass ich unter anderem auch Verlagshäuser berate.

Im Übrigen spreche ich mich ja gerade NICHT für ein LSR aus und finde es auch nicht richtig. Ich habe zudem weitaus mehr Zahlungen (ca. 1.5 Mio EUR #transparenz) von Google bezogen als von Idealo oder sämtlichen meiner sonstigen Auftraggeber. Einkommenstechnisch ist Google mein "größter Kunde".

Ich nehme den Hinweis aber durchaus Ernst, weil er nicht das erste Mal aufkommt. Ich dachte jedoch dass mein "Autoren-Profil" relativ transparent ist und wenig verbirgt. Bin offen für Gegenvorschläge.

Zudem muss ich sagen, dass mein Blog natürlich nie als Anti-Google oder Pro-Verlag Medium gedacht war, sondern sich das in letzter Zeit eher zufällig so ergeben hat. Und ganz sicher drückt jeder meiner Beiträge ausschließlich meine persönliche Meinung aus und für kein Beraterhonorar der Welt kann man diese kaufen.

Sachar Kriwoj February 20, 2013 at 08:14

Na ja, nicht jeder weiß, wie Idealo mit Springer zusammenhängt. Und: Dass Du Google vor der Linse hast, ist ziemlich offensichtlich – ganz gleich, wer Dir was bezahlt. Ein Disclaimer schützt Dich vor Misstrauen.

Helge February 19, 2013 at 18:34

@Philipp Klöckner – Ihre Fürsorge in Ehren, aber ich bin noch aus jedem Taxi und immer dort aus gestiegen wo ICH wollte und das wird auch so bleiben.
Unmündigen kann aber auch nichts passieren, denn da kann der Vormund klagen.
Langsam werden Sie mir mit Ihrer Präpotenz auch unsympathisch, drum vergesse ich Sie jetzt einfach so schnell wie ich über Sie gestolpert bin.
Google bietet GsD mehr…
Alles Gute und schönes Leben!

Barthel February 19, 2013 at 18:42

@struppi
Da ist nicht nur Werbung, schau dir mal die Box rechts an, wenn du nach dem genannten Hotel suchst. Du bekommst eben nicht die Hotelseite angezeigt, sondern von Google direkt noch eine Route, Buchungsmöglichkeiten, Google-Bewertungen etc. Sieht aus Usersicht zunächst ganz toll aus, aber da stehen halt nur die, die sich bei Google einkaufen bzw. zu Google gehören. Kannst ja überlegen, ob du in diesem extremen Fall überhaupt noch in die Suchergebnisse klicken würdest, die du da ganz verstohlen am linken unteren Bildrand sehen kannst. Wenn du nach dem Hotel suchst, wirst du wohl was buchen wollen. Angebote dazu bekommst du gezeigt, die sind aber nicht objektiv, jedenfalls nicht zum größten Teil.

struppi February 19, 2013 at 19:07

@Barthel: Stimmt vielleicht – da ich Werbung blocke, sehe ich sowas nicht. Ich sehe nur die Sucherergnisse und habe rechts keine Box.

Tilmann Maierhaus February 19, 2013 at 20:48

Dass man sich mit Thema im speziellen und mit Google im allgemeinen – außer mit Ihrer extremen wirtschaftlichen Sicht (“exploiting markets”, hehe) – auch noch etwas objektiver und differenzierter befassen kann, zeigen diese beiden Artikel (auch wenn es einem selbst überlassen bleibt, ob man die beiden Autoren mag – was mit inhaltlichen Ausführungen natürlich überhaupt nichts zu tun hat).

http://www.internet-law.de/2013/02/das-leistungsschutzrecht-und-der-taxifahrer-namens-google.html

http://saschalobo.com/2012/08/31/funf-entscheidende-fragen-zum-leistungsschutzrecht

Jörg Heidel February 22, 2013 at 22:40

Es ist ziemlich lächerlich, die Geschäftsbeziehung mit Google mit der zu den Verlagen gleichzusetzen. Die Geschäftsbeziehung zu Google war vermutlich eine Teilnahme an AdSense. Vermutlich günstig Traffic einkaufen, um ihn auf die Anzeigen zu leiten. Google verknüpft die Teilnahme nicht an ideologische oder andere Übereinstimmungen. Würdest du über die Verlage so herziehen wie hier über Google, wärst du deine Aufträge hingegen sehr schnell los. Soviel zu deiner Pseudo-Unabhängigkeit. Bitte einreihen bei den Google-Trollen Keese & Florian Müller. Deine penetranten Hinweise auf die riesigen verdienten Summen lassen übrigens tief blicken.

Mike Gab February 22, 2013 at 23:17

Hallo,

ich bin mehr durch Zufall auf diese Seite + Kommentare gestoßen.
Aber es hat sich gelohnt, sehr informativ und unterhaltend.

Was ich nur nicht verstehe, sind solche unsachlichen und blöden Kommentare:
wie von “Jörg Heidel”

..”Es ist ziemlich lächerlich..”
….”zu Google war vermutlich…”
…”Vermutlich günstig Traffic einkaufen”…

Was bitte sollen solche Aussagen ?
Beschreibt man bzw. antwortet man so sachlich auf Kommentare ?

Mich ärgern solche blöden, unsachlichen Kommentare.
Hey wir schreiben das Jahr 2013 und nicht tiefstes Mittelalter.
Oder ist ein Herr Jörg Heidel altersbedingt so unerfahren und unwissend ?

Philipp Klöckner February 23, 2013 at 11:49

Herr Heidel,

der Grund, warum ich über Google und nicht über Verlage “herziehe” ist, dass ich von Verlagswesen nicht viel mehr Ahnung habe als der Durchschnittsmensch und es für die meisten einfach ist sich selbst über Verlage eine Meinung zu bilden. Das Thema “Google” durchsteigen die meisten, vermutlich auch sie, jedoch oft nicht komplett. Daher nehme ich mir das Recht es näher zu beleuchtet.

Was meine Unabhängigkeit angeht kann ich nur wiederholen, dass meine Kunden mich nicht für meine Meinung, sondern für meine Erfahrung und Kompetenz bezahlen. Und genau deshalb kann ich hier auch sagen, dass ich das LSR nicht für eine geeignete Lösung halte, wie ich es schon mehrfach getan habe. Vor lauter Wut und Oberflächlichkeit erkennen Sie nur nicht, dass ich hier nicht gar nicht pro-Verlag oder LSR argumentiere.

Dass Sie die Herren Keese und Müller als Trolle bezeichnen, kann nach ihrem Beitrag hier, der die DEFINITION von Trolling darstellt nur komisch erscheinen. Beteiligen Sie sich doch gern sachlich an der Debatte oder sparen Sie sich ihre persönlichen Anfeindungen. Sie tun ihrer “Partei” damit keinen Gefallen. Und mich persönlich treffen Sie auch nicht. Schöne Grüße nach Dublin.

Robert Frunzke February 26, 2013 at 00:55

Das ist deutsche Netzkultur: wenn Sixtus draufsteht muss es taugen!

Dabei ist das Zitat zwar als Diskussionsgrundlage nützlich, aber nicht fähig dazu jemanden zu überzeugen. Dumme Entscheidung Google, leider eine dumme Aktion.

Statt als Taxi-Fahrer sollte man Google doch eher als persönlichen Berater betrachten.

Warum nutzt man denn Google? Um Zeit zu sparen! Statt ständig und immer wieder Dutzende News-Sites selbst abzuklappern nutzt man eben einen Aggregator, eine Art Berater, der einem Informationen vor-aufbereitet.

Wenn wir also den Vergleich unbedingt mit einem Taxi-Fahrer führen müssen, dann wäre es doch eher so, als wenn man als Fahrgast in das Taxi einsteigt und den Fahrer z.b. nach einem guten Sushi-Restaurant fragt! Sprich: “google fragen” heißt “sich beraten zu lassen”. DAS ist die Leistung die google anbietet, nicht das sture auf irgendeine WWW-Adresse-Umleiten, das hier dummdreist erwartet wird.

Weil: wenn ich dem Taxi-Fahrer das Ziel mitteile, dann wäre das als würde ich die URL meines Lieblings-Restaurants in den Browser eintippen. Dazu braucht man kein google.

Der Vergleich hinkt nicht nur, sondern ist einfach nur dumm. Und dass Sixtus ihn bringt mag man dann interpretieren wie man will, ich kommentiere das nicht weiter 😉

Robert Frunzke February 26, 2013 at 01:10

Um meinen Gedankenbogen weiterzuführen:

Ohne LSR könnte Google wie gehabt agieren. Hier sollte man die Werbeeinnahmen, die google selbst macht (bzw. eigentlich aktuell nicht macht, aber zukünftig wahrscheinlich machen wird), diese Einnahmen sollte man doch auch mal als Berater-Honorar betrachten. Ein dummdreister, aber sehr viel treffenderer Vergleich wären die Auskunfteien: 11 88 0 und Co. tun auch nichts anderes. Der Clou: eine Nummer “zu wissen” ist noch nichts Wert, der Wert beim Kunden entsteht auch erst durch das Weiterleiten/Anrufen der von der Auskunft erhaltenen Nummer. Und das lässt sich auch auf Google News übertragen: wer gibt sich denn wirklich schon mit Titel plus 2-3 Zeilen Teaser zufrieden? Der Wert der von Google News gebotenen “Beratungsleistung” wird erst aktiviert sobald man den vollen Artikel beim Anbieter gelesen hat.

Mit LSR landen wir ein einer etwas surrealen Realität, in der die Berater gar dazu verpflichtet werden, Honorare an die Nutznießer der Beratung zu zahlen (als würden Finanzberater für die Generierung von Kunden Geld an Banken & Fondsgesellschaften zahlen müssen).

Seltsame Denke.

Moki March 8, 2013 at 10:36

Der Google/Taxi-Vergleich hinkt, wie jeder Vergleich irgendwo hinkt. Und ich finde, in diesem Artikel hier wird anschaulich dargelegt, dass er etwas stärker hinkt als angenommen. Und das ist ein Problem, das nicht mit einem LSR zu lösen ist, sondern mit einem effektiven Datenschutzrecht im Netz. Denn das Netz bietet nicht nur jedem einzelnen Nutzer große Möglichkeiten. Es bietet die gleichen Möglichkeiten eben auch großen Konzernen. Und diese Konzerne – Google zum Beispiel – haben eben im Gegensatz zu den einzelnen Nutzern auch das nötige Kleingeld, die Möglichkeiten zu nutzen, die das Netz bietet. Und sie tun, was ihnen niemand bisher effektiv verbietet: Sie sammeln Daten über Nutzer. Und sammeln und sammeln und sammeln… Und das machen sie über Werbung zu Geld. Wer dieser Datensammelwut, die irgendwann nochmal für uns alle unangenehme Folgen zeitigen wird, Grenzen setzt, der braucht kein Leistungsschutzrecht.

Vomitorium April 11, 2013 at 12:40

Äh Sorry, wenn der Vergleich von Sixtus an den Haaren herbeigezogen ist, dann ist der weiterinterpretierte Vergleich von dir da oben ebenfalls an den Haaren herbeigezogen…

>>dann wird er mich auf dem kürzesten Weg dahin befördern, und dafür von mir Geld >>bekommen.
Selten so gelacht – vielleicht wenn er erkennt, dass du ein Berliner bist und ortskundig sein könntest – aber wenn jemand aus ner anderen Stadt (oder sogar nem anderen Bundesland) kommt (mit ganz fiesem Zungenschlag, so wie die geliebten Bayern) kann man vergessen…

Ingo Hendricks April 21, 2013 at 23:56

Also wenn ich was zu einem Thema Suche, dann hoffe ich doch das da nicht nur eine einzige Seite gefunden wird. Vergleich Taxifahrer, den würde ich dann auch nicht im Fall eines Falles nur auffordern mich von A-B zu bringen, sondern vielelicht auch dann, wo bekomme ich was auf die Schnelle zu Essen, zu Trinken und vielleicht noch zu lesen. Also wird mich der Taxifahrer, soweit er nicht nur auf Navi Gerät fährt, sondern sich ein wneig auskennt, mich zu den entsprechenden Punkten bringen.
Was Google ja betrifft, so muss man da ja schon wissen was man sucht, ansonsten 1 Millionen Treffer im Fall von Socke gesucht ;-). Wobei man die Links abklappern kann und gleich schon sehen kann, an hand des Textes, ob der Link etwas taugt. Es gibt da auch Adons, wo ich die Seite als Screenshoot schon vor dem anklicken sehen kann.

Viele glauben es ja fast gar nicht, aber es gibt mehr als Google und Yahoo, als Suchmaschinen. Wie Metacrwaler.de zum Beispiel.

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